Politik hat bei BSE versagt

Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Professor Hubert Markl, hat der Politik gravierende Fehler bei der Bekämpfung der Rinderseuche BSE vorgeworfen. "Die Politik hat hier versagt, weil sie nicht früh genug dafür gesorgt hat, dass keinerlei Tiermehl von getöteten, erkrankten britischen Rindern exportiert und sogar wieder an Rinder verfüttert werden konnte", sagte der Zoologie-Professor der Zeitung "Die Welt" (Donnerstag). "Wäre man hier vorsichtiger gewesen, dann hätten wir vermutlich auf dem Kontinent heute dieses Problem nicht." Der "Irrsinn", von an BSE erkrankten Rindern gewonnenes Eiweiß wieder an Rinder zu verfüttern, sei trotz der dringenden Warnungen von Wissenschaftlern "viel zu lange" fortgesetzt worden.

Nach dem Auftreten der Rinderseuche in Großbritannien Anfang der 80er Jahre seien fast 20 Jahre für der Erforschung von BSE verloren worden. "Diese Zeit hätte man nutzen können, um diese Krankheit wissenschaftlich besser aufzuklären." In Deutschland habe die "in hohem Maße politisch gewollte und geförderte Selbsttäuschung, als lebten wir auf einer ewig BSE-freien Insel", viele Wissenschaftler "nicht gerade motiviert", sich des Themas BSE anzunehmen.

Noch gebe es in Deutschland keinen einzigen Fall der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (n-CJD), die als menschliche Variante von BSE gilt. "Sie wird aber wahrscheinlich noch auftreten", befürchtete Markl. Auf jeden Fall müsse nun alles getan werden, um Prionen-bedingte Krankheiten besser zu verstehen.

dpa

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