Jedes zweite Tötungsdelikt bleibt unentdeckt

Wissenschaftler kritisiert mangelhafte Gerichtsmedizin in Deutschland
Jedes zweite Tötungsdelikt in Deutschland bleibt nach Meinung von Rechtsmedizinern unentdeckt. Ursache sei die niedrige Zahl der gerichtsmedizinischen Untersuchungen.

«Derzeit werden in Deutschland ein bis zwei Prozent aller Toten seziert», sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin, Prof. Bernd Brinkmann. In skandinavischen Ländern liege die Quote bei 15 bis 25 Prozent. «In diesen Ländern ist die Rate der entdeckten Tötungsdelikte pro Kopf doppelt so hoch wie in Deutschland», meinte Brinkmann am Donnerstag auf der Jahrestagung der Gesellschaft in Essen.

Derzeit rechnen Rechtsmediziner mit etwa 1 000 unentdeckten Tötungsdelikten pro Jahr in Deutschland. Vor diesem Hintergrund kritisierte Brinkmann die geplante Schließung gerichtsmedizinischer Institute in Nordrhein-Westfalen. «Dann wird die Zahl der nicht entdeckten Tötungsdelikte weiter zunehmen, das ist überhaupt keine Frage», betonte der Wissenschaftler. Die Landesregierung habe angekündigt, mindestens drei der derzeit sechs rechtsmedizinischen Institute an Universitäten zu schließen.

dpa
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