Die Mathematik des Rhythmus

Ob Musik zum Tanzen animiert oder eher ein intellektuell anregendes Klangerlebnis bietet, hängt von der Vielschichtigkeit ihres Rhythmus ab. Brasilianische Physiker haben ein Analyseverfahren entwickelt, mit dem diese rhythmische Komplexität von Musik gemessen werden kann. Damit lassen sich die durch die Rhythmik bedingten Schwankungen der Lautstärke bestimmen und deren Kompliziertheit in einer Zahl ausdrücken. Den niedrigsten Wert erhielten die traditionelle brasilianische Forró-Musik und Techno, die höchsten Werte klassische indische und europäische Musik. Die Wissenschaftler stellen ihre Ergebnisse in einer Online-Publikation vor.
Die Forscher um Heather Jennings von der Universität von Alagoas verwendeten für ihre Analyse ein Verfahren, wie es ähnlich auch zur Auswertung der Muster eines Herzschlags oder von Schwankungen an der Börse verwendet wird. Damit werteten sie die Komplexität von vier Minuten-Abschnitten verschiedener Musikstücke aus. Am unteren Ende der Skala rangierte besonders gut tanzbare Musik mit stampfenden Rhythmen wie Techno und Forró.

Zur Überraschung der Forscher lagen Jazz und Rock 'n' Roll im Mittelfeld etwa gleichauf. Die komplexeste Rhythmik wiesen europäische klassische Musik und die Musik der Hindu auf. Die Skala sei jedoch kein Qualitätsmaßstab für Musik, betonen die Forscher. Sie gebe lediglich an, welcher Musikstil besser zum Tanzen und welcher besser zum Zuhören geeignet sei.
ddp/bdw ? Ulrich Dewald


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