Geburtsmonat bestimmte bei Landbevölkerung im 19. Jahrhundert das spätere Schicksal

Im 19. Jahrhundert beeinflusste der Geburtsmonat eines Menschen sein späteres Leben sehr viel mehr als heute. Virpi Lummaa von der Universität Cambridge hat anhand alter Kirchenbücher das Leben von 3.000 Frauen im nördlichen Quebec erforscht. Ihre Ergebnisse präsentierte sie auf dem neunten Kongress der Internationalen Gesellschaft für Verhaltensökologie in Montréal, wie das Fachmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe berichtet.
Ihr frappantestes Ergebnis: Der Geburtsmonat beeinflusste nicht nur die Kinderzahl der Frauen, sondern auch die Anzahl ihrer Enkel. Im Juni geborene Frauen hatten durchschnittlich sieben Enkel mehr als Frauen, die im April geboren waren. "Auch heute können die Lebenslänge und die Größe eines Menschen von seinem Geburtsmonat abhängen", sagt Lummaa. "Aber dieser Zusammenhang ist sehr viel schwächer ausgeprägt als im vorindustriellen Zeitalter."

"Wahrscheinlich gibt es sehr viele Faktoren, die eine Rolle dabei spielen, welcher Monat der beste und welcher der schlechteste war", glaubt Lummaa. Babys, die im April zur Welt kamen, wurden während der Ernte des vergangenen Jahres empfangen. Die Frauen arbeiteten im Kanada des 19. Jahrhunderts oft alleine auf den Feldern, während ihre Männer im Wald Holz schlugen. "Sie waren gerade einen Monat schwanger und arbeiteten von der Morgen- bis zur Abenddämmerung. Und abends mussten sie sich um den Haushalt kümmern", erklärt dazu Alain Houle von der Universität von Quebec in Montréal.

Vermutlich wurde durch die harte Arbeit der Frauen zu Beginn ihrer Schwangerschaft das Geburtsgewicht der Kinder negativ beeinflusst. Man weiß heute, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Geburtsgewicht eines Kindes und dem späteren Risiko des Erwachsenen gibt, einen Herzinfarkt oder Gehirnschlag zu erleiden oder an Diabetes zu erkranken.
Axel Tillemans


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