Internationale Studie: Amokschützen oft amtliche Waffenträger

Amokläufe sind häufig Nachahmungstaten, und die Amokschützen haben häufig in ihren Berufen mit Waffen zu tun gehabt. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Studie, die Wissenschaftler der Universitäten Würzburg und Mannheim sowie einiger amerikanischer Universitäten erstellt haben. Die Studie wurde vor wenigen Tagen auf einem internationalen Kongress von Suizidforschern in Washington vorgestellt. Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse erscheint demnächst in der Fachzeitschrift "Suizidprophylaxe".
Das Forscherteam unter der Leitung von Armin Schmidtke, Professor für Psychiatrie an der Universität Würzburg, hat insgesamt 143 Amokläufe untersucht, die zwischen 1993 und 2001 in verschiedenen Ländern begangen wurden und ein großes Medieninteresse nach sich gezogen hatten.

Dabei fiel den Forschern auf, dass diese Taten häufig Zeichen von Nachahmung aufwiesen. Amoktaten waren zeitlich nicht zufällig verteilt, sondern sie folgten meist in einem Zeitraum von bis zu 18 Tagen aufeinander.

Überraschend häufig hatten die Täter beruflich einen Bezug zu Waffen gehabt: 28 Prozent der Täter waren Soldaten, 7 Prozent waren Polizisten. Einige wurden auch als "Waffennarren" beschrieben. Die Amokschützen bezogen sich auch bei der Durchführung ihrer Tat häufig auf das berufliche Milieu, in dem sie den Umgang mit Waffen gelernt hatten. Amokläufer, die Soldaten waren, wählten beispielsweise oft Kampfanzüge als Bekleidung bei ihrer Tat.

Darüber hinaus fanden sich in manchen Amokfällen Belege dafür, dass die Täter sich frühere Amoktaten anderer zum Vorbild genommen hatten, bei einigen Tätern fand man später Zeitungsberichte über frühere Amoktaten. Bei der Mehrzahl der Täter handelte es sich um jüngere Männer, durchschnittlich 35 Jahre alt. Das häufigste Motiv ihres Handelns war Rache.
Doris Marszk


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