Klima in der Klasse wichtigster Wohlfühlfaktor für Teenager

Das Klima in der Schulklasse kann wesentlich dazu beitragen, Teenager vor Gefahren und Risiken wie Gewalt, Drogen, Selbstmord oder Schwangerschaft zu schützen. Das erhellt eine großangelegte Studie von Wissenschaftlern der University of Minnesota, die im Center for Adolescent Health and Development der University of Minnesota entstanden ist.
Was im Klassenraum vor sich geht, ist entscheidend dafür, ob Schüler von der Schule enttäuscht werden, erklärt Robert Blum, Hauptautor der Studie und Direktor des Center for Adolescent Health and Development. "Es spielt keine Rolle, ob 20 oder 30 Schüler in einer Klasse sind. Es spielt auch keine Rolle, ob der Lehrer einen akademischen Grad hat. Was wirklich eine Rolle spielt, ist die Umgebung, in die ein Schüler kommt, wenn er durch die Klassenzimmertür tritt. Behandeln die Schüler einander mit Respekt? Kommen sie mit dem Lehrer aus? Passen sie im Unterricht auf? Das sind die wichtigen Fragen."

Die Studie ist eine Auswertung einer amerikaweiten Langzeitstudie zur Gesundheit von Schülern im Teenager-Alter. Es haben 71.515 Schüler aus 127 Schulen daran teilgenommen. Außerdem füllten die Schulleiter und Schulverwalter Fragebögen über die Größe der Schulen, der Klassenräume und die Qualifikationen der Lehrer aus. Aus dieser Datenerhebung ergab sich außer der Wichtigkeit des Klassenklimas, dass die Schülerzahl pro Klasse keinen nennenswerten Einfluss auf das Wohlfühlen oder die Gefährdung der Schüler hat. Dagegen ist die Größe der Schule insgesamt durchaus wichtig. Ganz allgemein gilt: Je größer die Schule, desto weniger fühlen sich die Schüler mit ihr verbunden. Allerdings lässt sich nicht umgekehrt sagen, dass sich Schüler umso wohler fühlen, je kleiner die Schule ist. Die optimale Größe einer Schule liegt nach den Erkenntnissen von Robert Blum und seinen Kollegen zwischen 600 und 900 Schülern. Wenn eine Schule deutlich weniger als 600 Schüler hat, kann es sein, dass ihr relattiv weniger Ausrüstungsmittel zur Verfügung stehen.

Der durchschnittliche Grad der Verbundenheit mit der Schule betrug unter allen untersuchten Schulen und Schülern 3.64 auf einer Skala von 1 bis 5. Schulen, in denen sich die Mehrheit der Schüler ganz abwandten, gab es unter den untersuchten Schulen nicht. Andererseits gab es auch keine Schulen, in der sich alle Schüler voll engagierten.
Doris Marszk


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