Von der Einsamkeit des Internetsurfers

Wer viel im Internet unterwegs ist, verbringt weniger Zeit mit seiner Familie und seinen Freunden. So die ersten Teilergebnisse einer Studie, in der Wissenschaftler der Stanford University und der Freien Universität Berlin das Alltagsverhalten von 6.000 Amerikanern untersucht haben.
Auch am Arbeitsplatz wirke das Internet dem direkten Kontakt mit den Kollegen entgegen, schreiben die Kommunikationsforscher Norman Nie, Sunshine Hillygus und Lutz Erbring in einem Kapitel des Buches "The Internet in Everyday Life", welches demnächst in englischer Sprache erscheinen wird ? herausgeben von Barry Wellman und Caroline Haythornthwaite.

Bereits vor zwei Jahren hatten die Wissenschaftler mit einer Studie zur Internetnutzung Aufsehen erregt. Schon damals deuteten sie an, dass das Internet mehr ein isolierendes denn ein kommunikatives Medium sei. Während die erste Studie jedoch nur Teilbereiche der Internetnutzung abgedeckt hat, umfasst die aktuelle Studie nun die gesamte Zeitnutzung der Studienteilnehmer. Das Ergebnis: Die Zeit die Menschen im Internet zubringen, geht zu einem großen Teil auf Kosten der direkten sozialen Kontakte.

Kritiker halten entgegen, dass das Internet lediglich neue Formen der menschlichen Kommunikation ermögliche und die Zahl der Kontakte in Wirklichkeit erhöhe.
"Es kommt nicht darauf an, wieviel Freunde jemand hat, sondern wieviel Zeit er mit Ihnen verbringt", meint hingegen Norman Nie. Sein nächstes Projekt soll klären, inwieweit die Isolierung durch das Internet tatsächliche Auswirkungen auf die Psyche und das Sozialverhalten der Betroffenen hat.

Irina Lorenz-Meyer


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