Gruppen ab sieben Personen können sich nur selten einmütig entscheiden

Viele Köche verderben den Brei, sagt der Volksmund. Jetzt haben Wissenschaftler nicht nur herausgefunden, dass an dem Sprichwort etwas dran ist, sondern auch, wie viele Köche zusammenkommen müssen, damit der Brei garantiert nicht gelingt. Ab sieben Personen, so die Forscher, werden Gruppen unübersichtlich und in der Zusammenarbeit oder bei Abstimmungen kann deutlich seltener Einmütigkeit erzielt werden. Ihre Erkenntnisse haben die Forscher, wie BBC News berichtet, beim British Association Science Festival in Glasgow vorgestellt.
Unsere Forschung hat erwiesen, dass große Gruppen mit vielleicht 10 oder mehr Teilnehmern, wie etwa Jurys, keine guten Zusammenstellungen sind, wenn es darum geht, untereinander zu einem Konsens zu kommen, sagt Simon Garrod, Professor für Psychologie an der University of Glasgow. "Kleinere Gruppen bis zu sieben Personen sind sehr viel erfolgreicher darin, unter sich Einmütigkeit zu erzielen." Für den Einzelnen ist bei etwa sieben Personen die Grenze zur Unübersichtlichkeit erreicht, meint Garrod. Man kann sich nicht mehr merken, wer in der Diskussion welche Position vertreten hat.

Andererseits neigen manche Mitglieder von großen Gruppen dazu, eher Monologe zu halten als kurze Meinungsäußerungen abzugeben. Dadurch können große Gruppen auch von Einzelnen dominiert werden.

In Bereichen, wo Gruppen-Kommunikation oder Massen-Kommunikation eine große Rolle spielt, sollten sich nach Meinung der Glasgower Forscher die Organisatoren überlegen, was genau das Ziel der Gruppen-Zusammenarbeit ist. Wenn beispielsweise ein Industrie-Unternehmen eine Arbeitsgruppe für die Lösung eines logistischen oder eines Software-Problems ins Leben rufen will, wäre es besser, mit der Mitgliedszahl unter sieben zu bleiben, weil das Zusammenwirken dann besser funktioniert. Wenn es aber darum geht, dass vielen Menschen eine bestimmte Kenntnis vermittelt oder eine Ansicht nahe gelegt werden soll, geht dies besser über eine Person, die innerhalb einer großen Gruppe schnell die Führung zu übernehmen bereit ist und dann allen die Informationen mitteilt.

Doris Marszk


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