Blühender Salzhandel zu Zeiten der Mayas

Bei den Mayas gab es bereits einen blühenden Handel mit Meersalz. Das lassen rund vierzig antike Salzwerkstätten vermuten, die amerikanische Forscher an der Südküste von Belize entdeckt haben. Das dort gewonnene Salz wurde wahrscheinlich per Kanu zu den dicht besiedelten Maya-Stätten ins Innere des Landes transportiert, wie die Wissenschaftler aus dem Fund eines hölzernen Kanupaddels in einem der Salzwerke schließen. Da die Salzfabriken so weit weg von den Maya-Stätten liegen, wurden sie wohl nicht vom Staat kontrolliert, schreibt Heather McKillop von der Louisiana State University in Baton Rouge (USA) in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0408486102).
Bereits vor Jahren haben Wissenschaftler vier Salzwerkstätten in der Punta Hicacos Lagune an der karibischen Küste entdeckt. Da jedoch das dort produzierte Salz niemals den damals herrschenden Bedarf gedeckt hätte, machten sich McKillop und ihre Kollegen auf die Unterwassersuche nach weiteren Salzwerken. Vorsichtiges Schnorcheln, um den Schlamm nicht unnötig aufzuwühlen, brachte schließlich weitere 41 Salzwerkstätten der Mayas zum Vorschein, die aus den Jahren 300 bis 600 nach Christus stammen. Die Forscher identifizierten und datierten die Salzwerke über Tonwaren, die bei der Salzgewinnung verwendet wurden. Offenbar wurde auch dort die damals weltweit verbreitete "Koch-Methode" angewandt, bei der zur Salzgewinnung große Mengen an Salzwasser verkocht wurden.

Besonderes interessant finden die Wissenschaftler die Tatsache, dass die Salzproduktion wohl nicht unter staatlicher, sondern unter lokaler Kontrolle stand. Das beweist die große Entfernung zu den bedeutenden Mayastätten, die sich im Inneren der Yucatan-Halbinsel, dem heutigen Mexiko, Guatemala und Belize, befanden. Intensive Handelsverbindungen mit den Salzfabriken an der Küste garantierten jedoch die Salzversorgung der großen Siedlungen. Geliefert wurde das lebenswichtige Produkt wohl auf dem Wasserweg.

Handelsverbindungen mit außerstädtischen und nicht staatlich kontrollierten Produktionsstätten scheinen also schon in vorindustriellen Staaten eine wichtige Rolle gespielt zu haben, erklärt McKillop. Diese Art der unabhängigen Produktion unterschied sich deutlich von anderen bekannten antiken Werkstätten, wo ? direkt an die Königshöfe angeschlossen ? spezielle Güter für die jeweiligen Herrscher angefertigt wurden.
ddp/wissenschaft.de ? Stefanie Offermann


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