Erlag Alexander der Große dem West-Nil-Fieber?

Alexander der Große könnte am West-Nil-Fieber gestorben sein. Diese neue Hypothese über den rätselhaften Tod des Feldherrn stellen amerikanische Forscher in der Fachzeitschrift Emerging Infectious Diseases auf (Bd. 9, S. 1599). Sie stützen sich dabei auf Hinweise in den Aufzeichnungen des griechischen Biographen Plutarch.
Der legendäre Alexander der Große starb 323 vor Christus in Babylon nach einer zweiwöchigen Krankheit. Als mögliche Todesursachen vermuteten Historiker bisher eine Vergiftung, ein Attentat oder eine Infektionskrankheit wie Malaria oder Typhus. Einige der Überlieferungen ließen jedoch John Marr von der Gesundheitbehörde von Virginia in Richmond und Charles Calisher von der Staatsuniversität von Colorado in Fort Collins an diesen Erklärungen zweifeln: Manche der Symptome, unter denen Alexander litt, passten nicht ins Bild. Plutarch beschreibt zudem den plötzlichen Tod vieler Rabenvögel vor den Augen Alexanders des Großen nach seiner Rückkehr nach Babylon. Kurz danach starb der Feldherr.

Die beschriebenen Symptome wie Fieber, eine Infektion der Atemwege, Störung der Leberfunktion und Hautausschlag stimmen dagegen haargenau mit denen des West-Nil-Fiebers überein, erklären die Wissenschaftler. Da die Krankheit meist nur für Kinder oder ältere Menschen lebensbedrohlich ist, war das Immunsystems des Heerführers wahrscheinlich geschwächt, vermuten Marr und Calisher. Sein Reich erstreckte sich von Griechenland aus bis nach Indien im Osten und zur Donau im Norden.

Das West-Nil-Fieber kann eine tödliche Gehirnentzündung oder Enzephalitis auslösen. Die Krankheit wird durch Mücken, die sich von dem Blut besonders von Rabenvögeln ernähren, auf Menschen übertragen. Bis vor etwa zehn Jahren traten Fälle dieser Krankheit nur in Afrika, Europa und Asien auf. In den USA wurde 1999 die ersten kranken Vögel registriert. Kurz danach traten dort auch bei Menschen die ersten Krankheitsfälle auf. Das machte die amerikanischen Wissenschaftler auf die Krankheit aufmerksam und brachte sie auf die Idee, den Tod Alexanders des Großen mit dem Fieber in Verbindung zu bringen.

ddp/bdw ? Sandra Saladin


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