Pompeji: Erst die zweite Eruption des Vesuvs brachte allen Bewohnern den Tod

Als der Vesuv im Jahre 79 ausbrach und die Stadt Pompeji unter einem Regen aus Asche und Bimsstein begrub, haben das viele der Bewohner zunächst überlebt. Das berichten italienische Vulkanologen in der Fachzeitschrift "Journal of Volcanology and Geothermal Research" ( Bd. 126, S. 169 und Bd. 126, S. 201).
Die entscheidenden Hinweise entdeckten Giuseppe Luongo von der Università di Napoli Federico II und seine Kollegen in Ablagerungen von Vulkangestein in einer bislang übersehenen Gasse. Solche Lagerstätten sind sehr selten, da diese Durchgänge bei den Ausgrabungen meist geräumt wurden, um zu den Fundstücken zu gelangen. Dort fanden die Forscher zum Beispiel menschliche Überreste, die auf Gesteinsschichten der ersten Ausbruchswelle des Vesuvs lagen. Daraus schließen sie, dass viele den Vulkanausbruch erst einmal überlebt hatten.

Nach umfassenden archäologischen und vulkanischen Studien der Fundstätte rekonstruiert das Team den Ablauf des Untergangs von Pompeji auf folgende Weise: Die erste Eruptionsphase am 24. August 79 begrub die Stadt unter einer heißen, drei Meter dicken Schicht aus Asche und Bimsstein. Dieser ersten Welle entkamen die meisten Menschen. Sie flohen vor den Stein- und Ascheregen aus der Stadt oder in die Häuser. Nur etwa ein Drittel aller bekannten Opfer kam in dieser Phase um, hauptsächlich weil Dächer und Wände zusammenbrachen und die Menschen unter sich begruben.

Doch die in die Häuser Geflüchteten starben nur wenige Stunden später in der zweiten Eruptionsphase am 25. August, schreiben die Forscher. Dann überrollte ein zweiter, mächtigerer heißer Sturm aus Asche und Bimsstein die Stadt, der etwa die Hälfte der Überlebenden auf offener Straße und die anderen in den Häusern überraschte. Die heißen Massen hatten bei der zweiten Welle so viel Wucht, dass sie auch in die Gebäude eindrangen.
ddp/bdw ? Cornelia Pfaff


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