Töpfer arbeiteten bereits im 15. Jahrhundert mit Nanotechnologie

Bereits im 15. und 16. Jahrhundert haben sich italienische Töpferkünstler einer Art Nanotechnologie bedient, um ihren Tongefäßen schillernden Glanz zu verleihen. Die Handwerker aus Deruta versahen ihre Glasur mit Silber- oder Kupferkörnchen von der Größe eines Nanometers, also eines Millionstel Millimeters. Das berichten italienische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Applied Physics ( Bd. 93, S. 10058).
Die Forscher um Bruno Brunetti von der Universität in Perugia konnten an Originalgefäßen zeigen, dass Silber- und Kupferteilchen einen goldenen Glanz hervorrufen. Rotglänzende Gefäße enthielten dagegen nur Kupferpartikel in ihrer Glasur. Trifft Licht auf die Oberfläche der Kunstwerke, wird es von den winzigen Metallpartikeln reflektiert ? und zwar in verschiedenen Wellenlängen. Dadurch erhalten die Tongefäße ihre schillernde oder metallen glänzende Oberfläche.

Neben den Metallnanopartikeln fanden die Forscher sogar einzelne Kupferionen in den Glasuren ? offenbar in genau abgestimmten Mengen. Die Wissenschaftler nehmen an, dass die Ionen die Eigenschaften des Glasüberzuges zusätzlich verändern und den Glanz damit verstärken sollten.

Den historischen Beweis für die Nano-Handwerkskunst liefert ein Töpferhandbuch aus dieser Zeit. Es beschreibt, wie Kupfer- und Silbersalze mit Essig, Eisenoxiden und Ton gemischt und dann auf die Oberfläche bereits glasierter Gefäße aufgetragen wurden. Damals galt dieses Verfahren, bei dem unscheinbare Substanzen in goldähnliches Material umgewandelt wurden, eher als Alchimie denn als Kunst.
ddp/bdw - Stefanie Offermann


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