Turiner Grabtuch doch aus der Zeit Jesu?

Die Datierung des Turiner Grabtuchs vor 14 Jahren war falsch, sagen russische Forscher. Da das Tuch im frühen 16. Jahrhundert mehrmals mit Pflanzenöl gereinigt worden sei, hätten Ölreste im Stoff die Ergebnisse extrem verfälscht. Das meldet der russische Wissenschaftsdienst Informnauka.
Wissenschaftler aus Instituten in Zürich, Arizona und Oxford hatten die umstrittene Reliquie 1988 nach der Radiokarbonmethode untersucht und das Tuch auf die Zeit zwischen 1260 und 1390 datiert. Die Annahme, es handle sich um das Grabtuch Christi, galt damit für viele als widerlegt. Zahlreiche Anhänger hielten dennoch am Glauben an der Echtheit des Tuches fest.

Rückendeckung erhalten sie jetzt durch die russischen Forscher. Das Tuch sei nach einem Brand 1532 mit heißem Pflanzenöl von Schmutzresten gereinigt worden. Ein solches Verfahren sei damals die übliche Reinigungsmethode gewesen.

In die Fasern des Stoffes eingedrungenes Pflanzenöl habe das Tuch bei den Messungen der drei Institute um 1300 Jahre jünger erscheinen lassen, sagen die Forscher um Alexander V. Gelyakov. Schon ein Anteil von fünf bis sieben Prozent Öl würden dazu ausreichen.

Bei der Radiokarbonmethode wird das Alter organischen Materials aus dem Verhältnis des stabilen Kohlenstofftyps C-13 zum radioaktiven Kohlenstoff C-14 bestimmt. Bei lebenden Organismen ist deren Verhältnis konstant. Es ändert sich erst nach dem Tod von Tieren oder Pflanzen, wenn sich etwa in die Stofffasern oder das Pflanzenöl kein Kohlenstoff mehr eingelagert und der radioaktive Anteil des Kohlenstoffs mit einer konstanten Halbwertszeit zerfällt.
ddp/bdw - Ulrich Dewald


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