Tod von Alexander dem Großen stürzte Babylon in eine Wirtschaftskrise

Politisch instabile Verhältnisse schaden der Wirtschaft. Das galt offenbar schon vor mehr als 2.300 Jahren: Nach dem Tod von Alexander dem Großen am 10. Juni 323 v. Chr. in Babylon erlebte die Stadt eine zwanzig Jahre anhaltende Wirtschaftskrise, berichtet das Magazin "Nature" in seiner Online-Ausgabe.
Während Seleukos und Antigonos, zwei ehemalige Feldherrn von Alexander, um die Macht in Babylon kämpften, explodierten die Preise für Güter wie Getreide, Datteln, Senf oder Wolle. Das ergab eine Auswertung von etwa 3.000 babylonischen Tontafel aus den Jahren von 464 bis 72 v. Chr., auf denen Beamte aufgezeichnet hatten, wieviel ein Silber-Schekel jeweils wert war. "Die Tafeln enthalten wahrscheinlich die besten Daten, die wir aus der antiken Welt besitzen", erklärt Peter Temin vom MIT in Cambridge (USA), der die Aufzeichnungen ausgewertet hat.

Erst zwanzig Jahre nach dem Tod von Alexander konnte sich Seleukos als neuer Herrscher in Babylon durchsetzen. Für die Kämpfe wurden wahrscheinlich Teile des Schatzes von Alexander ausgegeben, was die Inflation ausgelöst haben könnte. Gleichzeitig werden die Truppen der Kontrahenten große Mengen der landwirtschaftlichen Produkte aufgebraucht haben, was die Preise weiter in die Höhe getrieben haben dürfte.
ddp/bdw - Andreas Wawrzinek


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