Kölner Bibliothek stellt mittelalterliche Handschriften ins Internet

Vorbei die Zeiten, da Studenten der mittelalterlichen Geschichte nur unter Aufsicht kostbare mittelalterliche Handschriften ansehen durfte. Die Kölner Dombibliothek macht ihren Bestand jetzt für jedermann in hoher Qualität zugänglich - im Internet. Das Projekt läuft unter dem Namen "Codices Electronici Ecclesiae Coloniensis (CEEC) - Digitale Handschriftenbibliothek Köln".
Die Diözesan- und Dombibliothek der Erzdiözese Köln ist die einzige im Kern seit dem Mittelalter erhaltene Bibliothek nördlich der Alpen. Sie beherbergt unter anderem mit einem Codex aus dem 6. Jahrhunderts eines der ältesten Bücher der Welt. Mit Codex wird eine Buchform bezeichnet, die in der Spätantike und im Mittelalter an die Stelle der Buchrolle trat. Ein Codex besteht in der Regel aus Lagen von Pergamentblättern in Holzdeckeln, die mit Leder oder Edelmetall überzogen sein können.

Der Gesamtbestand dieser Kölner Kathedralbibliothek soll nach und nach im Internet der Fachöffentlichkeit und interessierten Laien angeboten werden. Mit rund 130.000 Seiten, von denen 18.000 zum Zeitpunkt der Präsentation Ende Mai bereitstehen, wird eine ganze Sammlung mittelalterlicher Codices in einer Qualität dargeboten, die bisher nur bei CDs üblich war.

Die Kölner Codices enthalten einige der schönsten Beispiele mittelalterlicher Buchmalereien. Die Gestalter dieses digitalen Handschriftenprojekts, das von Manfred Thaller, Professor für Historisch-kulturwissenschaftliche Informationsverabeitung, geleitet wird, wollen vor allem die Handschriften als Texte der internationalen Forschung in einer neuen Form zugänglich zu machen.

Mithilfe des Links "Stöbern" besteht die Möglichkeit einfach zu schauen, was alles vorhanden ist. Sie können sich auch mit der Suchmaschine gezielt Textcorpora anzeigen zu lassen. Wer zum Beispiel weiß, dass ein bestimmter Text von Alkuin beginnt mit "Venerando patri nobisque summo honore", kann diesen Text eingeben und wird zunächst auf eine Seite geführt, wo der Textausschnitt in Normalschrift dargeboten wird. Von dort gelangt man über einen weiterführenden Link zur Faksimile-Abbildung des gesuchten Textes. Diesen wiederum kann man sich in Normalansicht, Brillen-, Lupen- und Mikroskop-Ansicht zeigen lassen.

Wer ein vergleichendes Quellenstudium betreibt und etwa Heiligenviten nach bestimmten Begriffen durchkämmen will, zum Beispiel "martyrio", kann auch diesen eingeben und erhält eine Auflistung von Textstellen mit genauer Quellenangabe und weiterführenden Links.
Doris Marszk


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