Der rastlose Thor Heyerdahl auf der Suche nach Odin

Berühmt wurde der norwegische Entdeckungsreisende Thor Heyerdahl mit seiner Kon Tiki Expedition 1947. Doch auch mit 86 Jahren ist er noch voller neuer Ideen: Diesmal glaubt er, dass Odin, der Kriegsgott der Wikinger, im 1. Jahrhundert vor Christus ein realer König im südlichen Russland war, wie der Nachrichtendienst BBC berichtet.
Ausgangspunkt für Heyerdahls Vermutung ist eine isländische Sage aus dem 13. Jahrhundert. Diese enthält angeblich Anspielungen darauf, dass Odin und sein Stamm tatsächlich existierten, bis sie im 1. Jahrhundert vor Christus von den Römern vertrieben wurden. Um seine neue Theorie zu beweisen, finanziert Heyerdahl eine groß angelegte Grabung nahe des Asowschen Meeres am Fluss Don. Archäologen konnten bereits Hinweise auf eine über 2.000 Jahre alte Siedlung finden. Es handelte sich möglicherweise um einen alten Handlesplatz, da der Fluss das Gebiet mit dem Schwarzen Meer verbindet.

"Natürlich sind weder Thor noch ich so naiv zu glauben, dass wir wirkliche Spuren Odins finden werden, aber wir konnten dennoch einige Textpassagen aus der Sage mit Funden belegen", so Sergei Lukyashko, der leitende russische Archäologe. "Letztendlich wird unsere Arbeit die Theorie entweder unterstützen oder zerstören."

Was der Theorie Heyerdahls zugute kommt, sind die vielen Kossacken, die seit alters her in diesem Gebiet als beste Reiter gelten. Es scheint deshalb durchaus möglich, dass auch der Kriegsgott der Wikinger mit seinem zügellosen Pferd hier lebte. Russische Historiker sind jedoch skeptisch. Thor Heyerdahl sei zwar sehr kreativ, doch in diesem Fall gehe er eindeutig zu weit.
Birgit Kahler


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