Computer entziffert römische Einkaufsliste

Die Einkaufsliste eines römischen Soldaten aus den Jahren 75 bis 125 nach Christus ist das bislang letzte Dokument einer langen Liste von Briefen, Verträgen und anderen Dokumenten, die Dr. Roger Tomlin mittels neuartiger Computertechnik lesen konnte. Tomlin gehört zu einem Team von Historikern unter der Leitung von Professor Alan Bowman, vom Center for Study of Ancient Documents an der Oxford University. Mit ihrer Methode können sie die hauchdünnen Striche von ursprünglich in Wachs auf Holztafeln geschriebenen Dokumenten wieder lesbar machen.
Ausgräber fanden die Wachs-Tafeln in den 70er Jahren an der Hadrians Mauer. Über die Jahrtausende war die Wachsschicht so dünn geworden, dass von der Schrift lediglich kaum sichtbare Kratzer im Holz übrig blieben. Dem Team um Professor Bowman gelang es, die Kratzer hervorzuheben. Mit Computertechnologie konnten die Forscher in einem ersten Schritt die Holzmaserung aus den Tafeln entfernen. Dann benutzten sie weiches fokussiertes Licht, um an Hand der beleuchteten Kanten und deren Schattenwurf die Kratzer zu identifizieren.

Die Einkaufsliste enthüllte, dass ein durchschnittlicher römischer Soldat acht Prozent seines Jahreseinkommens (25 Denare) für seine Militärkleidung ausgeben musste. Weitere 10 Prozent musste er für einen Umhang hinblättern, der ihn gegen das kühle und feuchte Klima in Britannien schützen sollte.

Im Science Museum von London werden derzeit Teile der Einkaufsliste ausgestellt. Die Ausstellung "Antenna" befindet sich im Welcome Wing des Museums und präsentiert ständig aktualisiert die letzten Neuigkeiten der Forschung.
Birgit Kahler


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