Historiker Homer - Beschreibung von Opfer-Ritualen in der "Odyssee" geschichtlich korrekt

Amerikanische Archäologen haben im Palast des mykenischen Königs Nestor deutliche Hinweise auf Brandopfer-Rituale gefunden, die bis in Einzelheiten hinein Zeremonien bestätigen, von denen Homer in seiner "Odyssee" berichtet. Offenbar ist Homer bei Beschreibungen von Bräuchen seiner Vorfahren nicht nur ein Geschichtenerzähler, wie viele Forscher annehmen, sondern eine zuverlässige historische Quelle. Entsprechende Untersuchungen des Teams um den Archäologen Jack L. Davis von der Universität Cincinnati wurden jetzt anlässlich des "Sechsten Runden Tisches über Ägäische Vorgeschichte" in Sheffield (England) von mehreren Forschern bestätigt.

Homer beschreibt in den ersten Zeilen des dritten Buches der Odyssee, wie der junge Telemach, Sohn des Odysseus, König Nestor trifft, um in Pylos schwarze Stiere zu opfern. Telemach verbrennt dazu die Oberschenkel-Knochen der Tiere. An anderer Stelle beschreibt Homer, dass die alten Griechen vor einem Brandofper das Fleisch von den Knochen der Tiere abgetrennt haben.

Davis und sein Team haben im Keller eines Museums in der Nähe von Pylos Tierknochen aufgefunden, die der Entdecker des Nestor-Palastes, der Archäologe Carl W. Blegen, bereits in den Fünfzigerjahren ausgegraben hatte. Die Knochen - vorwiegend Unterkiefer, Oberarm- und Oberschenkelknochen - stammen von einer Opferstelle des Palastes und zeigen deutliche Brandspuren. Schnittstellen deuten darauf hin, dass vor dem Opfer das Fleisch von den Knochen entfernt wurde.

Der Palast von König Nestor im südwestlichen Griechenland ist etwa im Jahre 1200 vor Christus abgebrannt. Homer hat 400 Jahre später in Kleinasien gelebt.

bdw

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