Ägyptische Behörden verhindern in letzter Minute Gentests an den Mumien von Tutenchamun und Amenhotep III.


Die von bdw-Online für diese Tage angekündigten DNA-Tests, die klären sollten wer Tutenchamuns Vater war und ob er von königlichem Blut ist, wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Den beteiligten Japanern wurden ohne Angabe von Gründen die erforderlichen Einreisepapiere nicht bewilligt.

Wie der Leiter des ägyptischen Supreme Council of Antiquities, Gaballah Ali Gaballah "The Associated Press" mitteilte, wird es jetzt keine solchen Tests geben und man müsse sehen, ob später welche durchgeführt werden. Gründe für diese plötzliche Wende wollte er nicht nennen. Die Tests sollte in Südägypten ein japanisches Expertenteam durchführen. Auch Sabri Abdel-Aziz, der Chefarchäologe des Antikendienst in Südägypten erklärte, dass es keine Begründung für das Verhalten der Behörden gibt.

Diese Entwicklung ist aber offenbar vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Ankündigung der geplanten Tests eine Meinungsverschiedenheit unter ägyptischen Archäologen ausgelöst hatte. Einige hielten den Eingriff für ein unnötiges Risiko, das nur die Mumien beschädigen würde. Andere hingegen fürchteten, dass die Ergebnisse der Untersuchung dazu benutzt werden könnten die ägyptische Geschichte neu zu schreiben. So erklärte Zahi Hawas (Chefarchäologe der Pyramiden von Giza) gegenüber der Wochenzeitung Akhbar Al-Yom, dass er in der Vergangenheit bereits mehreren ausländischen Teams verboten habe solche Tests an den Knochen der Pyramidenbauer durchzuführen. "Es gibt einige Leute, die die ägyptische Geschichte ändern wollen."

Die DNA-Tests an Mumien böten eine Reihe von Möglichkeiten ungelöste Fragen der ägyptischen Geschichte zu lösen, indem sie Auskunft geben über Verwandtschaftsbeziehungen, Heiratsmuster oder die Mischung ethnischer Gruppen. Einige Archäologen warnen jedoch davor sich zu sehr auf solche Tests zu verlassen, da diese bislang noch nicht so erfolgreich getestet wurden.

Für Gaballah scheint die Möglichkeit ein Geheimnis ägyptischer Geschichte zu lüften erst einmal in weite Ferne gerückt. Für den ersten Test hätten die Japaner der Waseda University zusammen mit Kollegen der Ein Shams University in Kairo das Grab des Tutenchamun im Tal der Könige für einige Stunden öffnen müssen. Amenhotep III., dessen Mumie im ägyptischen Museum von Kairo ausgestellt ist, wäre als zweites getestet worden.


Birgit Stöcklhuber


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