Editor's Pick: Fakten für eine bessere Welt

Der Kampf gegen Hunger und Armut bleibt wichtig. (Foto: iStock/hadynyah)

Viele Menschen haben ein falsches Bild von der Welt und damit eine falsche Vorstellung von Entwicklungshilfe, sagt der Schwede Hans Rosling. Das britische Wissenschaftsmagazin "Nature" hat den Statistiker porträtiert und zeigt ihn auch im Video. Sehens- und lesenswert, findet der bdw-Chefredakteur.

Wer die Welt retten will, sollte sich an die Fakten halten, lautet das Credo des schwedischen Statistikers Hans Rosling. Und um seinem Publikum gleich die Illusion zu nehmen, dass es die Fakten kenne, stellt er Fragen wie diese: Wie hat sich die extreme Armut in den vergangenen 25 Jahren entwickelt? Die korrekte Antwort lautet: Das Problem hat sich ungefähr halbiert. Die Weltbank stellt zum Beispiel diese Zahlen bereit: 1990 lebten fast zwei Milliarden Menschen von weniger als 1,90 US-Dollar am Tag, das war damals etwas mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung. Heute sind es weniger als eine Milliarde – und damit weniger als ein Siebtel der Weltbevölkerung.

Das ist auf der einen Seite ein überraschend großer Erfolg im Kampf gegen Hunger und Armut – und auf der anderen Seite eine weiterhin drängende Herausforderung. Denn die armen und extrem armen Menschen bekommen die meisten Kinder und lassen im 21. Jahrhundert die Weltbevölkerung weiter wachsen. Nur wenn es gelingt, sie aus der Armut zu befreien, wird sich das Problem entschärfen, argumentiert Hans Rosling. Er sieht in der Kindersterblichkeit einen guten Indikator für Erfolg: Alle Staaten, die in den vergangenen Jahrzehnten wirtschaftlich aufgeholt haben, haben die Überlebensrate von Kindern auf über 90 Prozent erhöht. Sie liegt praktisch nur noch in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara bei 80 Prozent.

Testen Sie Ihr Weltwissen!

Hans Rosling hat sich der Vermittlung solcher Erkenntnisse verschrieben. In einem zehnminütigen Vortrag erläutert er zum Beispiel die Entwicklung der Weltbevölkerung – ganz der Schwede – mit der Hilfe von Ikea-Kisten. Oft nutzt er Videos, in denen man die wirtschaftliche und soziale Aufholjagd der Entwicklungsländer verfolgen kann. Das britische Wissenschaftsmagazin "Nature" würdigt Rosling mit einem ausführlichen Porträt. Eingebettet ist neben Videos auch ein Test mit weiteren Fragen Roslings: Wie gut kennen wir unsere Welt?

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