Vater der Pille beleuchtet die Eitelkeit großer Forscher

Als "Vater der Anti-Babypille" hat sich Carl Djerassi einen Namen gemacht. Damit kennt er den Drang von Wissenschaftlern, für die Erkundung von Neuland mit Ruhm belohnt zu werden, aus erster Hand. In seinem jüngsten Theaterstück "Oxygen" (Sauerstoff) beleuchtet er eben dieses Verlangen aus einer historischen Perspektive.
Mitautor des Dramas, das Kritiker als "geistvoll, lehrreich und witzig" loben, ist sein Kollege, der Nobelpreisträger Roald Hoffmann. Beide gehören zu den bedeutendsten Chemikern der Gegenwart und mit ihren Romanen, Theaterstücken und Gedichtbänden seit wenigen Jahren auch zur schreibenden Zunft.

Das Stück "Oxygen" wurde bei seiner Uraufführung im Rahmen der 125. Konferenz des Amerikanischen Chemikerverbandes (ASC) am Montagabend in San Diego begeistert gefeiert. Schon vorher hatten sechs Nobelpreisträger dem Gespann Djerassi und Hoffmann kräftig applaudiert. "Das Stück zeigt, wie viel die Naturwissenschaftler von der Welt wissen und wie wenig sie sich selbst geändert haben", kommentierte Harold Varmus, Nobelpreisträger für Medizin.

Djerassi und Hoffmann zollen mit ihrem Bühnenspiel einem aktuellen Ereignis Tribut. Die Verleihung des Nobelpreises jährt sich 2001 zum hundertsten Mal. Das Stück spielt im Jahr 1777: Drei große Chemiker treffen sich, Antoine Laurent Lavoisier, Joseph Priestley und Carl Wilhelm Scheele. Jeder von ihnen nimmt die Entdeckung des Sauerstoffs für sich in Anspruch. Dann springt die Handlung über in das Jahr 2001. Das Nobelpreiskomitee in Stockholm will erstmals einen Retro-Nobelpreis an einen der drei genannten Wissenschaftler verleihen und ringt mit der Wahl des würdigsten Preisträgers.

dpa


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