Warum legen Hühner so viele Eier?

Zur Osterzeit ist sie besonders gefragt: die enorme Legeleistung der Hühner. (Foto: aluxum/iStock)

"Ich wollt ich wär ein Huhn, ich hätt' nicht viel zu tun, ich legte täglich nur ein Ei und sonntags auch mal zwei", so lautet eine bekannte Liedpassage der Comedian Harmonists. Rund zehn Milliarden Eier produzieren die Legehennen Deutschlands jedes Jahr. Der Ei-Hunger der Menschen und der Lebensmittelindustrie ist vor allem zur Osterzeit gewaltig – hohe Legeleistung ist gefragt. Doch warum legen Hühner überhaupt so viele Eier und schaffen sie tatsächlich ein Ei pro Tag?

"Das mit dem täglichen Ei kommt eigentlich ganz gut hin", sagt Inga Tiemann, Leiterin des wissenschaftlichen Geflügelhofs des Bundes deutscher Rassegeflügelzüchter. "Die Liedpassage müsste aber weiter heißen: …und feiertags hat das Huhn frei". Moderne Legehennen haben eine Leistung von 300 bis 340 Eiern im Jahr. Diese Hühner sind extra für die hohe Ei-Produktion gezüchtet, andere Hühnerrassen, die beispielsweise eher der Fleischerzeugung dienen, legen dagegen deutlich weniger. "Es gibt in Deutschland etwa 200 verschiedene Hühnerrassen", so Tiemann. Legeleistung, Fleischansatz, Widerstandsfähigkeit oder sogar Schönheit – je nach Zuchtziel haben Hühner eine enorme Bandbreite unterschiedlicher Eigenschaften.

"Gestohlene" Eier werdenn ersetzt

Vor etwa 4.000 Jahren haben Menschen in Indien die wilden Vorfahren des Huhnes zum Haustier gemacht. Die so genannten Bankivahühner haben ihre Energie allerdings noch nicht für eine tägliche Eiproduktion verschwendet – sie legen unter normalen Umständen nur etwa 20 Eier im Jahr. Vögel produzieren nach und nach so viele Eier, bis die für die jeweilige Art typische Gelegegröße erreicht ist und beginnen dann zu brüten. Gehen die Eier verloren, sind viele Vögel in der Lage, das Nest durch neue Eier wieder aufzufüllen.

Hühnervögel sind bei diesem Nachlegen besonders ausdauernd: Nimmt der Mensch ihnen die Eier weg, legen sie immer wieder neue – so lässt sich die Eierproduktion steigern.
Einen Hahn brauchen Legehennen für die Eierproduktion nicht  –  das Ei bleibt unbefruchtet. Das kommt zwar auch gelegentlich in der Natur vor, einige Vögel bekommen aber nur einen Eisprung, wenn auch ein Partner in der Nähe ist, damit sie keine Energie für taube Eier verschwenden.

Durch die Jahrtausende lange Zucht hat der Mensch das Haushuhn für seine Zweck immer weiter optimiert. "Unsere Hochleistungs-Hennen haben sogar ganz ihren Bruttrieb verloren", sagt Tiemann. Selbst wenn der Mensch ihnen die Eier überlässt, legen sie immer weiter neue.

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