"Godzilla" entdeckt

Nur die Größe kommt nicht ganz hin - ansonsten sieht die bis zu etwa 1,3 Meter lange Godzilla-Meeresechse aus wie das berühmte Kino-Monster. (Foto: Miguel Vences/TU Braunschweig)

Sie ähneln dem gruseligen Kino-Monster: Auf den Namen Amblyrhynchus cristatus godzilla haben Forscher eine von ihnen neu identifizierte Unterart der Galápagos-Meerechsen getauft. Insgesamt sind es fünf neue Untervertreter der berühmten tauchenden Leguane, die sie mit genetischen Methoden abgrenzen konnten. Das Motto der Studie lautet dabei: "Wir können nur schützen, was wir kennen". Denn durch die Klassifizierung lassen sich die skurril-charismatischen Wesen besser schützen.

"Abscheulich hässlich" - so beschrieb Charles Darwin die seltsamen Leguane, die er 1835 bei seinem legendären Besuch auf den Galápagos-Inseln kennenlernt hatte. Vermutlich hätte er ihnen mehr Respekt entgegengebracht, wenn er geahnt hätte, wie gut sich ihre Vielfalt mit der Evolutionstheorie in Einklang bringen lässt. Heute scheint klar: Die baumbewohnenden Vorfahren der Meerechsen sind einst vermutlich auf Treibgut zu den Galápagos-Inseln gelangt. Dort haben sie sich zu erstaunlich guten Schwimmern und Tauchern entwickelt, die im Meer Algen abweiden.

Genanalysen identifizieren Godzilla und Co

Bereits seit einigen Jahren erforschen Biologen unter der Leitung der Universität Braunschweig die genetische Vielfalt der Galápagos-Meerechsen. Sie vergleichen dazu das Genom und die Morphologie aller bekannten Inselpopulationen. Dies hat zu einer neuen Taxonomie der Meeresechsen geführt: Insgesamt können die Wissenschaftler nun elf verschiedene Unterarten unterscheiden. Bei fünf handelt es sich um Populationen, deren Besonderheiten bisher noch nicht entdeckt und beschrieben worden waren.

"Es war erstaunlich, dass beim näheren Hinschauen viele der Inselpopulationen sich von ihren Nachbarpopulationen deutlich unterschieden", erklärt Co-Autorin Aurelien Miralles vom Naturhistorischen Museum in Paris. Die ungewöhnlichste und gleichzeitig auch am stärksten bedrohte Gruppe fanden die Forscher im Nord-Osten der Galápagos-Insel San Cristobal. Um die Besonderheit und Schutzwürdigkeit dieser Population zu unterstreichen, nannten sie diese Unterart Godzilla-Meerechse (Amblyrhynchus cristatus godzilla) und zwar in Anlehnung an das berühmte Kino-Monster Godzilla, dessen Gestaltung wohl maßgeblich durch die drachenartigen Wesen der Galápagos-Inseln inspiriert wurde.

Mehr Schutz für die charismatischen Echsen!

Das Motto der Forscher "Wir können nur schützen, was wir kennen" bezieht sich auf das Problem des Verlusts von genetischer Vielfalt innerhalb einer Art durch nicht bekannte und klassifizierte Unterschiede zwischen Untergruppen. "Wir waren sehr überrascht, dass die Einstufung des Gefährdungszustands einer so markanten und bedrohten Art durch die International Union for Conservation of Nature (IUCN) auf einer völlig veralteten Taxonomie beruhte", erklärt Co-Autor Sebastian Steinfartz von der Technischen Universität Braunschweig.

Mit der neuen Taxonomie der Meeresechsen ist es nun viel besser möglich, die Einzigartigkeit der verschiedenen Inselpopulationen hervorzuheben und in Zukunft zu schützen, sagen die Forscher. Ihnen zufolge bedrohen die Galápagos-Meerechsen vor allem verwilderte Katzen, die Ölverschmutzung des marinen Lebensraums durch wiederholte Tankerhavarien sowie der Bau von Hotelanlagen im unmittelbaren Küstenbereich. Für die Wissenschaftler steht fest: Godzilla und seine ganze Sippe brauchen mehr Schutz.

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