Schutzschild vor Krankheitserregern

 Mikroorganismen an den Wurzeln der Gerste schützen das Getreide vor Krankheitserregern.
Mikroorganismen an den Wurzeln der Gerste schützen das Getreide vor Krankheitserregern.
Der Feind meines Feindes ist mein Freund ? getreu diesem Motto schützen sich viele Pflanzen vor Krankheitserregern. Das hat ein deutsch-französisches Forscherteam am Beispiel von Gerste gezeigt. Demnach schaffen die Pflanzen in unmittelbarer Umgebung ihrer Wurzeln Bedingungen, unter denen sich gutartige Mikroorganismen besonders wohlfühlen und sich zahlreich ansiedeln. Dieser Schutzschild wird vorbeugend errichtet und nicht erst nach einer erfolgten Infektion, berichten die Wissenschaftler um Karin Schreiner vom Helmholtz Zentrum München. Lediglich die Aktivität der Verteidiger werde von den Krankheitserregern gesteuert.
Pflanzen erhalten bei der Verteidigung gegen potenzielle Krankheitserreger Unterstützung von diversen Mikroorganismen. Diese kann, je nach Art des Mikroorganismus, direkt oder indirekt erfolgen: Einige Arten konkurrieren mit den Erregern um Platz und Nährstoffe und halten sie auf diese Weise im Zaum, andere produzieren Antibiotika oder befallen als Parasiten die pflanzenschädlichen Organismen.

Bislang vermuteten Wissenschaftler, dass die Zahl und Aktivität der Pflanzenfreunde vom Befallsdruck, also dem Grad der Bedrohung durch die Krankheitserreger abhängt. Dem widersprechen die neuen Studienergebnisse nun jedoch.

Karin Schreiner und ihre Kollegen hatten die sogenannte Mikroflora in der Rhizosphäre von Gerstenmonokulturen unter die Lupe genommen ? also die Bakterien, Viren und Pilze, die sich in der unmittelbaren Umgebung der Pflanzenwurzeln tummeln. Dabei stießen sie im Wurzelraum auf eine schlagkräftige Abwehrtruppe gegen den Schadpilz Gaeumannomyces graminis, den Auslöser der gefürchteten Schwarzbeinigkeit, die Ernteausfälle von bis zu 70 Prozent zur Folge haben kann. Die mikrobielle Schutzmannschaft fand sich jedoch schon vor einer starken Besiedelung durch den Erreger ein und wuchs bei einer Infektion nur unwesentlich an.

Natürliche Gegenspieler von Krankheitserregern sind für die Landwirtschaft sowie den Obst- und Gemüseanbau besonders interessant, um den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln zu verringern. Zudem bekämpfen sie auch solche Erreger, die gegen derartige Mittel bereits Resistenzen entwickelt haben.
Pressemitteilung des Helmholtz Zentrums München

Karin Schreiner (Helmholtz Zentrum München) et al.: Applied and Environmental Microbiology, Bd. 76, Nr. 14, S. 4703, doi:10.1128/AEM.00481-10

ddp/wissenschaft.de ? Mascha Schacht


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