Gute Laune zum Essen

 Die chemische Struktur der Valproinsäure. Quelle: Giorgiogp2 / Wikipedia
Die chemische Struktur der Valproinsäure. Quelle: Giorgiogp2 / Wikipedia
Einige Geschmacksstoffe gleichen verschreibungspflichtigen Stimmungsstabilisatoren in ihrem chemischen Aufbau. Das haben jetzt mexikanische Forscher auf dem 244. Treffen der American Chemical Society berichtet. Dabei stechen besonders Stoffe heraus, die der Valproinsäure gleichen. Dieser Wirkstoff hat eine stimmungs- und impulsstabilisierende Wirkung und wird in mehreren Medikamenten verwendet. Ob die Aromastoffe allerdings tatsächlich eine ähnliche Wirkung haben wie die Arzneimittel, haben die Forscher bisher nicht getestet.
Die Wissenschaftler um Karina Martinez-Mayora vom Chemistry Institute der National Autonomous University of Mexico untersuchten in ihrer Studie, die unter anderem von einem Aroma-Hersteller finanziert wurde, 1.700 Geschmacksstoffe. Dabei überprüften sie die chemischen Strukturen der Substanzen und verglichen sie mit bekannten Wirkstoffen von Antidepressiva und ähnlichen Medikamenten. Sie suchten speziell nach chemischen Komponenten, die Stimmungsschwankungen vermindern, die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern, die geistige Wachheit steigern und Gedächtnisverlust mindern können.

Viele der Aromen ähneln der Valproinsäure, stellten die Forscher fest. Diese wird unter anderem zur Therapie von manischen Zuständen, bei Psychosen und bei Depressionen eingesetzt. Die Arzneistoffe, in denen die Säure vorkommt, sind verschreibungspflichtig. ?Moleküle in Schokolade, vielen Beeren und Nahrungsmitteln, die Omega-3-Fettsäuren enthalten, haben bereits positive Effekte auf die Stimmung gezeigt. Im Gegenzug zeigt unsere Studie, dass einige häufig verwendete Geschmacksstoffe strukturell der Valproinsäure ähneln?, sagte Martinez-Mayorga auf dem Treffen der American Chemical Society. Das bestätige frühere Studien, die einen Einfluss von Nahrungsmitteln auf die Stimmung zeigten.

Im nächsten Schritt wollen Martinez-Mayorga und ihr Team Experimente mit den Geschmacksstoffen durchführen, um die Hypothese zu prüfen, dass diese antidepressiva-ähnlichen Stoffe die gleiche Wirkung haben wie die Arzneimittel. Das könne laut der Forscherin dazu führen, dass es diätische Empfehlungen geben wird oder neue Nahrungsergänzungsmittel mit günstigen Auswirkungen auf die Stimmung auf den Markt kommen. ?Man muss dabei aber bedenken, dass der Verzehr dieser Nahrungsmittel, die die Stimmung verbessern könnten, kein Ersatz für verschreibungspflichtige Antidepressiva ist?, mahnt Martinez-Mayorga. Für Menschen, die keine Medikamente benötigen, würde es reichen, einen gesunden Lebensstil zu führen, um seine Laune generell zu erhöhen und die Stimmung zu stärken.
Karina Martinez-Mayorga (University of Mexico) et al.: Beitrag auf dem 244th National Meeting of the American Chemical Society

© wissenschaft.de - Gesa Seidel


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