Sie haben den richtigen Riecher

 Eine Maus bekommt Wasser als Belohnung. Sie hat eine Duftprobe erkannt, die von einer mit der Vogelgrippe infizierten Ente stammt. Credit: Maryanne Opiekun, Monell Chemical Senses Center
Eine Maus bekommt Wasser als Belohnung. Sie hat eine Duftprobe erkannt, die von einer mit der Vogelgrippe infizierten Ente stammt. Credit: Maryanne Opiekun, Monell Chemical Senses Center
Mäuse können eine Vogelgrippe-Infektion erschnüffeln: Das haben Chemiker in einem Experiment herausgefunden. Dabei identifizierten die Nager zuverlässig Kotproben von Enten, die mit dem Erreger infiziert waren. Die Forscher gehen nun davon aus, dass sich auch Hunde fürs Erkennen von Viruserkrankungen einsetzen lassen, ähnlich einem Fährtenhund. Zudem wollen sie ein Gerät entwickeln, das künftig anhand von Geruchsstoffen Krankheitserregern frühzeitig feststellen kann.
Umherziehende Enten, Gänse und andere Vögel können Viren der Vogelgrippe über weite Strecken verbreiten. Die Erreger können dann auch auf andere Arten übertragen werden. Das US-Forscherteam hat nun mit den schnüffelnden Mäusen eine Möglichkeit entdeckt, die zur Früherkennung solcher Virusinfektionen beitragen könnte. Von Hunden ist bereits bekannt, dass sie in der Lage sind, menschliche Krebserkrankungen anhand des Geruches zu identifizieren. Zukünftig könnten nun auch Viruserkrankungen durch "Biosensoren auf vier Beinen" aufgedeckt werden.

Während der Versuche mussten die Mäuse anhand des Geruchs Kotproben von Enten unterscheiden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Duftmarken infizierter von denen gesunder Tiere in zahlreichen flüchtigen Bestandteilen unterscheiden. Nur wenn die Nager die Probe einer mit Vogelgrippe infizierten Ente richtig erkannten, erhielten sie als Belohnung Wasser. Mit der Zeit unterschieden die Mäuse die Ausscheidungen der Vögel immer zuverlässiger.

"Auf der Basis unserer Ergebnisse gehen wir davon aus, dass neben Mäusen auch Hunde nach einem entsprechenden Training in der Lage sein könnten, verschiedene Krankheitserreger zu erkennen", sagt Kimball. Für die Zukunft hat er bereits zwei Anwendungen im Sinn: "Zunächst wollen wir Hunde ausbilden, die Krankheiten riechen können." Diese könnten dann dabei helfen, Kot- oder Bodenproben zu untersuchen und damit bereits früh Hinweise auf die Verbreitung eines Erregers geben. Als Zweites werde man versuchen, die genaue Zusammensetzung der von den Mäusen wahrgenommenen Duftstoffe zu bestimmen, um anschließend Laborinstrumente zu entwickeln, die als Biosensoren für die Krankheitserreger dienen könnten.
Bruce Kimball (Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten) et al.: 240. National Meeting of the American Chemical Society

ddp/wissenschaft.de ? David Köndgen


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