Profitieren auch die "Wochenend-Kämpfer"?

Foto: skynesher/iStock

Nützt es der Gesundheit, das empfohlene Trainingspensum einer Woche in ein oder zwei Tage zu quetschen, anstatt es gleichmäßig zu verteilen? Eine Studie kommt nun zu dem Ergebnis, dass auch die sogenannten "Weekend Warriors" von ihrem kondensierten Bewegungsprogramm profitieren. Im Vergleich zu inaktiven Menschen besitzen auch sie ein geringeres statistisches Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Ein regelmäßiges Trainingsprogramm erreichte allerdings dennoch ein etwas besseres Ergebnis.

Eigentlich lautet die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation: Mindestens 150 Minuten moderaten Trainings sollten in der Woche zusammenkommen – am besten als Summe von täglichen Bewegungs-Einheiten. Viele Untersuchungen zeigen bereits, dass die menschliche Gesundheit durch solche regelmäßige Aktivität enorm profitieren kann. Doch leider ist es für viele Menschen schwierig, tägliche Bewegung-Phasen in den Alltag ihrer engen Arbeitswoche einzupassen.

Manche trainieren kondensiert

Um dies zu kompensieren, quetschen einige deshalb das empfohlene Bewegungspensum der Woche in ein intensives Training an ein oder zwei Tagen – in der Hoffnung, auch dadurch gesundheitlich zu profitieren. Doch geht diese Rechnung der sogenannten "Weekend Warriors" denn auf? Dieser Frage sind Forscher um Emmanuel Stamatakis von der University of Sydney durch eine statistische Studie nachgegangen.

Ihre Studie basiert auf der Auswertung von Daten einer Informationserhebung unter insgesamt rund 64.000 Erwachsenen aus England und Schottland, die den Zeitraum von 1994 bis 2012 erfasst hat. Aus Befragungen gingen Informationen über die körperlichen Aktivitäten der Studienteilnehmer hervor. Zudem wurde ihr gesundheitlicher Zustand in dem Zeitrahmen wiederholt erfasst.

So konnten die Wissenschaftler statistische Zusammenhänge zwischen den Bewegungsgewohnheiten und der gesundheitlichen Entwicklung beziehungsweise der Lebenserwartung ermitteln. Als Weekend Warriors definierten die Wissenschaftler Personen, die an ein oder zwei Tagen ungefähr das wöchentlich empfohlene Trainingspensum absolvieren. Es handelte sich dabei mit 56 Prozent um eine leichte Mehrheit von Männern.

Ein Segen für die Gesundheit

Insgesamt waren von den Studienteilnehmern während der Untersuchungsdauer 8800 gestorben. Bei 2780 Todesfällen war ein Herz-Kreislauf-Problem die Ursache, bei 2,526 eine Krebserkrankung. Der Abgleich mit den berichteten Trainingsgewohnheiten der Studienteilnehmern zeigte: Im Vergleich zu den körperlich inaktiven Studienteilnehmern besaßen die Weekend Warriors ein um 41 Prozent geringeres Risiko für den Tod durch  eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Damit profitierten sie bei diesem Gesundheitsaspekt ebenso wie Studienteilnehmer, die regelmäßiger aktiv waren. Die vorbeugende Wirkung gegenüber Krebs war allerdings etwas niedriger: Im Verglich zu den Inaktiven besaßen die Weekend Warriors ein um 18 Prozent geringeres Krebsrisiko, bei den regelmäßig Trainierenden waren es 21 Prozent.

Das Fazit der Forscher lautet nun: "Die Ergebnisse belegen, dass Weekend Warriors und Menschen mit körperlichen Freizeitaktivitäten, die nur durch eine oder zwei Einheiten pro Woche gekennzeichnet sind, durchaus ebenfalls gesundheitlich profitieren können", resümiert Stamatakis. "Für optimale gesundheitliche Vorteile ist es jedoch ratsam, sich an den Empfehlungen zu regelmäßiger Aktivität zu orientieren oder sie zu übertreffen". Den Forschern zufolge sollet man dazu auch im stressigen Arbeitsalltag Bewegungsmöglichkeiten so gut es geht ausnutzen – beispielsweise die Treppe nehmen, anstatt den Lift.

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