Was ein gesunder Lebensstil wirklich bringt

Diese Mischung kostet Menschen offenbar viele gute Jahre. (Foto: grynold/iStock)

Lohnt es sich überhaupt? Wie viel Lebenszeit und Gesundheit bringt ein grundlegend gesunder Lebensstil tatsächlich? Einer statistischen Studie zufolge ist der Gewinn beträchtlich: Menschen, die nicht rauchen, nur mäßig Alkohol konsumieren und nicht stark übergewichtig sind, haben eine sieben Jahre höhere Lebenserwartung, als der Durchschnitt der Bevölkerung. Dabei verlängert sich auch nicht etwa nur die Zeit des "Siechens": Die meisten der gewonnenen Jahre können die Menschen in gutem Gesundheitszustand verbringen.

Nicht rauchen, kein Übergewicht und moderater Alkoholkonsum – diese drei Regeln bilden das Fundament eines gesunden Lebensstils, wird immer wieder betont. Aus bisherigen Studien geht auch klar hervor, dass diese Verhaltensweisen die Lebenserwartung und Gesundheit deutlich verbessern können. Allerdings wurden die Aspekte dabei meist getrennt von einander betrachtet. Die aktuelle Studie hat nun hingegen erstmals die kumulativen Auswirkungen dieser Regeln sowohl auf die Lebenserwartung allgemein als auch auf die Zeit ohne körperliche Einschränkungen erfasst.

Langzeitstudie ausgewertet

Mikko Myrskylä vom Max-Planck-Instituts für demografische Forschung und Neil Mehta von der Universität Michigan werteten dazu Daten aus einer Langzeitstudie in den USA aus - der so genannten Health and Retirement Study. Sie umfasste mehr als 14.000 Personen im Alter von 50 bis 89 Jahren im Zeitraum von 1998 bis 2012. Die Teilnehmer wurden alle zwei Jahre zu körperlichen Daten, Gesundheit und Verhalten befragt. Diejenigen, die einen Body Mass Index von weniger als 30 besaßen, wurden als nicht übergewichtig eingestuft. Personen, die in ihrem Leben weniger als 100 Zigaretten geraucht hatten, galten als Nicht-Raucher. Bezüglich Alkoholkonsum definierten die Forscher: Männer, die weniger als 14 alkoholische Getränke pro Woche zu sich nahmen, und Frauen, die weniger als sieben alkoholische Getränke im gleichen Zeitraum konsumierten, wurden als moderate Trinker eingestuft.

Die Forscher erfassten außerdem, in welchem Alter die einzelnen Studienteilnehmer körperlich gebrechlicher wurden, wie lange sie mit dieser Beeinträchtigung lebten und wie hoch ihre Lebenserwartung war. In einem zweiten Schritt verglichen die Forscher diese Ergebnisse dann mit den Daten der Gesamtbevölkerung sowie mit Ergebnissen bei Personen mit besonders risikoreichem Verhalten.

Längeres und besseres Leben

In den statistischen Auswertungen zeichnete sich ab: Unterm Strich profitieren Menschen, die sich an die drei Grundregeln halten, von einer um sieben Jahre höheren Lebenserwartung als der Durchschnitt der Bevölkerung. "Verbesserungen in der Medizin werden oft als der Schlüssel für gesünderes und längeres Leben gesehen. Wir haben gezeigt, dass ein gesunder Lebensstil, der nichts kostet, ausreicht, um sich eines sehr langen und gesunden Lebens erfreuen zu können", resümiert Myrskylä.

Besonders deutlich waren die Effekte auf die durchschnittliche Lebenserwartung zwischen der risikoreichsten und der risikoärmsten Gruppe, berichten die Forscher: Frauen, die nie übergewichtig waren, nie geraucht haben und mäßig trinken, leben durchschnittlich zwölf Jahre länger als Frauen, die diese ungesunden Verhaltensweisen an den Tag legen. Bei den Männern liegt der Unterschied zwischen den beiden Gruppen bei elf Jahren.

Aus den Daten ging außerdem hervor, dass die drei untersuchten ungesunden Verhaltensweisen nicht nur die Lebenserwartung einschränken, sondern auch mit einem früheren Auftreten von körperlichen Beeinträchtigungen einhergehen. Besonders gilt dies offenbar für das Übergewicht: Betroffene müssen damit rechnen, längere Zeit des Lebens körperlich eingeschränkt zu sein.

"Das positivste Ergebnis ist: Die Jahre, die wir durch eine gesunde Lebensweise dazu gewinnen, ist Lebenszeit, in der wir gesund sind", sagt Myrskylä. "Unsere Ergebnisse zeigen damit, wie wichtig es ist, sich auf Prävention zu konzentrieren", betont der Forscher. "Effektive gesundheitspolitische Maßnahmen könnten größeren Teilen der Bevölkerung dabei helfen, in den Genuss der Vorteile zu kommen, die wir in der Studie beobachtet haben", so Myrskylä.

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