Akupunktur hilft bei schweren Herzproblemen

Akupunktur verbessert möglicherweise die Zukunftschancen von Patienten mit einem schweren Herzleiden. Offenbar baut eine Behandlung mit Nadeln die Auswirkungen von Stress ab und befreit so das Herz von einer gefährlichen Überbelastung, berichteten jetzt Forscher auf einer Konferenz der Amerikanischen Herzgesellschaft.
Die Forscher um Holly R. Middlekauff von der Universität Kalifornien in Los Angeles haben in einer angeblich ersten Studie dieser Art die Wirkung von Akupunktur auf den Sympathikus von Herzpatienten untersucht. Der vom Bewusstsein nicht steuerbare Nervenstrang versorgt insbesondere den Bauch- und Brustraum. Er ist bei Herzpatienten oftmals überaktiv und treibt so das schon angegriffene Herz zu ständigen Hochleistungen an. Die Überlebenschancen der Betroffenen sinkt dadurch bisweilen dramatisch.

Middlekauff und ihre Kollegen setzten eine Gruppe von vierzehn Patienten, die für eine Herztransplantation vorgesehen waren, für ihre Versuche unter Prüfungsstreß. Die Probanden mussten unter anderem Rechenaufgaben im Kopf lösen. Bei Patienten, die zu Vergleichszwecken zuvor eine vorgetäuschte Akupunktur erhalten hatten, erhöhte sich während der Prüfung die Aktivität des Sympathikus um 25 Prozent. Diese Gruppe der Versuchteilnehmer hatte entweder Nadelstiche an Stellen erhalten, die nicht der klassischen Akupunktur entsprachen, oder ihnen wurden am Rücken Nadeln aufgesetzt, die nicht in die Haut eindrangen. Bei Patienten, die zuvor eine richtige Akupunktur erhalten hatten, erhöhte sich die Aktivität des Sympathikus in der Stresssituation jedoch nicht.

Diese Wirkung der Akupunktur könnte den Herzpatienten weiterhelfen, folgern die Forscher. In Folgestudien wollen sie nun die Wirkung einer mehrmals wiederholten Akupunktur testen. Die Forscher gehen dabei optimistisch ans Werk: Frühere Untersuchungen haben schon gezeigt, dass Akupunktur auch bei Patienten mit Bluthochdruck einen bleiben Erfolg haben kann.
ddp/bdw - Andreas Wawrzinek


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