Haben Hund und Katze Blutgruppen?

Haben sie Blutgruppen so wie wir? (Foto: iStock/Eriklam)

Blut ist nicht gleich Blut - die Blutgruppe ist beim Menschen entscheidend, wenn eine Bluttransfusion einen lebensbedrohlichen Blutverlust ausgleichen muss. Doch wie ist das bei unseren beliebtesten Haustieren, Hund und Katze – haben auch sie Blutgruppen? Das hat uns Peter M. gefragt – vielen Dank dafür!

Die Antwort weiß Frank Merkt von der Tierklinik Neckarwiesen in Esslingen: "Ja, auch Hund und Katze haben Blutgruppen, es ist allerdings etwas anders als beim Menschen und auch Hund und Katze unterscheiden sich dabei sehr", erklärt der Veterinär.

Bei uns gibt es bekanntlich eine Vielzahl verschiedener Blutgruppensysteme, die wichtigsten sind das sogenannte AB0-  und das Rhesus-System. Eine Transfusion von einer anderen als der körpereigenen Blutgruppe kann zu Abwehrreaktionen des Körpers führen. Das Immunsystem erkennt die fremden Blutzellen und bekämpft sie mit Antikörpern, so kann ein lebensbedrohlicher Zustand entstehen. Die Blutgruppe eines Menschen ist dadurch ein entscheidender Faktor in der Humanmedizin.

Katzen-Blutgruppen sind unverträglich

Auch Tierärzte setzen Bluttransfusionen bei ihren tierischen Patienten ein - ganz ähnlich wie beim Menschen. Bei starkem Blutverlust, der manchmal auch bei Operationen auftritt, kann Spenderblut das Leben retten. Bei Hunden ist die Lage dabei nicht so kompliziert, erklärt Merkt: Sie haben zwar mehr als zehn verschiedene Blutgruppen, diese sind aber untereinander kompatibel – sie lassen sich also mischen, ohne dass Abwehrreaktionen auftreten. "Mein eigener Hund ist meist der Spender, aber auch Hunde und Katzen von Mitarbeiten unterstützen uns beim Blutspenden", sagt Merkt. "Das Blut fließt dabei aus einer Vene in einen Beutel – ganz ähnlich, wie das auch beim Menschen abläuft".

Bei der Katze ist die Sache mit der Verträglichkeit komplizierter. Hier sind zwar nur drei Blutgruppen bekannt, die allerdings nicht kompatibel sind. Das kann sogar noch weitreichendere Folgen haben als bei der Bluttransfusion: "Wenn sich Katzen mit unterschiedlicher Blutgruppe paaren, kann es sein, dass die Katzenkinder nach der Geburt sterben", sagt Merkt. Wenn die Jungen eine andere Blutgruppe als ihre Mutter besitzen, nehmen sie über die Muttermilch Antikörper gegen ihre eigenen roten Blutzellen auf. Das hat meist tödliche Folgen für den Katzennachwuchs. Die Blutgruppe einer Katze ist deshalb nicht nur für den Tierarzt bei einer Transfusion wichtig, sondern auch für den Züchter bei der Auswahl der Elterntiere.

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