Blumiger Atem

 Magnolien enthalten Inhaltsstoffe, die Bakterien im Mund abtöten können. Bild: Janekpfeifer, wikipedia.de
Magnolien enthalten Inhaltsstoffe, die Bakterien im Mund abtöten können. Bild: Janekpfeifer, wikipedia.de
Pflanzenextrakte aus Magnolien helfen gegen Mundgeruch. Sie töten die Bakterien im Speichel ab, die den unangenehmen Atem verursachen. Das haben Forscher um Minmin Tian vom amerikanischen Genussmittelkonzern Wrigley in Chicago bei Experimenten mit Bakterienkulturen und Speichelproben herausgefunden. Sie testeten zwei chemische Hauptbestandteile und auch einen in der traditionellen chinesischen Medizin geläufigen Extrakt aus der Rinde von Magnolien der Art Magnolia officinalis. Lutschpastillen mit diesen Inhaltsstoffen reduzierten die Bakterien um bis zu 62 Prozent.
Die Forscher führten zwei Versuchsreihen durch, um einerseits zu zeigen, dass die Substanzen aus der Magnolie Bakterien überhaupt abtöten. Andererseits untersuchten sie deren Wirkung in menschlichen Speichelproben. Bei Tests im Reagenzglas erwiesen sich die Extrakte aus der Magnolie sowie die zwei Hauptbestandteile Magnolol und Honokiol als äußerst effizient. Sie töteten die den Mundgeruch hervorrufenden Bakterien wie etwa Porphyromonas gingivalis und Fusobacterium nucleatum zuverlässig ab.

Ferner entnahmen die Forscher neun Testpersonen eine Stunde nach dem Mittagessen eine Speichelprobe. Dann durften die Probanden eine Pastille mit den Wirkstoffen lutschen. Dreißig Minuten später fanden die Forscher, dass die Mundgeruchsbakterien im Speichel um 62 Prozent abgenommen hatten. Eine Stunde später waren dies allerdings nur noch 34 Prozent. In Speichelproben von Testpersonen, die zum Vergleich keine Magnolienstoffe enthielten, nahm die Konzentration der Mundgeruchsbakterien nach dreißig Minuten um 4 Prozent ab und nach weiteren dreißig Minuten sogar um 48 Prozent zu.

Die Magnolienextrakte haben ein gute Wirkung gegen Mundgeruch, schließen die Forscher aus den Ergebnissen. Sie töten die Bakterien ab, die beispielsweise Essensreste im Mund und zwischen den Zähnen zersetzen. Als Zusatz in Minzpastillen und Kaugummis könnten sie die Mundhygiene verbessern, besonders dann, wenn Zähneputzen gerade nicht möglich ist. Nach Ansicht von Verbraucherberatern sollten aber weitere Nebenwirkungen der Produkte bedacht werden. So führten zuckerhaltige Kaugummis und Pastillen bei dauerhaftem Gebrauch zu Karies, während Zuckeraustauschstoffe abführend wirken können.
Michael Greenberg (Wm. Wrigley Jr. Company in Chicago) et al.: Journal of Agricultural and Food Chemistry, Band 55, Seite 9465

ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer


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