Gel statt Spritze

Ein mit Medikamenten gefülltes Gel könnte künftig Spritzen ersetzen. Das im Modell bereits erfolgreich getestete Polymer soll nach dem Schlucken den Wirkstoff vor der Magensäure schützen. Erst im Darm wird dieser dann freigesetzt. Die Wissenschaftler vom Labor für Polymerforschung der Staatsschule für Modellwissenschaften im indischen Jabalpur berichten über ihre Entwicklung in der Fachzeitschrift Polymer International.
In ihren Experimenten befüllten Sunil Bajpai und Seema Dubey das Hydrogel mit Vitamin B2 und simulierten die im menschlichen Körper vorherrschenden Bedingungen, beispielsweise die Körpertemperatur und die unterschiedlichen pH-Werte in Magen und Darmtrakt. Dabei untersuchten sie, ob das Gel der Magensäure standhält und wann das Vitamin wieder freigesetzt wird. In dem Modell hielt das Gel der Magensäure stand. Erst in der alkalischen Umgebung des Darms zersetzte sich das Terpolymer und gab seinen Inhalt frei. So erreichten 56 Prozent des Wirkstoffs den Zielort, ergaben die Auswertungen der Wissenschaftler.

Das Gel könnte in Zukunft eine echte Alternative zur Spritze sein, erklären Bajpai und Dubey. Besonders für insulinpflichtige Patienten, die häufig mehrmals am Tag auf Injektionen angewiesen sind, könnte die Neuentwicklung eine Erleichterung bedeuten, erklären die Forscher. Nun wollen sie das Verfahren an Patienten erproben.

Bislang ist die parenterale Gabe, also die Injektion, einiger Medikamente unvermeidlich. Bei oraler Einnahme werden die Wirkstoffe häufig durch die Magensäure zersetzt. Um aber eine Wirkung zu erzielen, muss der eingenommene Wirkstoff dabei den Darmtrakt erreichen, wo die Aufnahme in die Blutbahn erfolgt.
ddp/bdw ? Dirk Gilson


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