Pflaster statt Pille

Künftig könnten möglicherweise viel mehr Medikamente einfach mit einem Pflaster über die Haut verabreicht werden. Amerikanische Wissenschaftler haben eine effektiveres Verfahren entwickelt, um Kombinationen von Wirkstoffen und Hilfsstoffen zu finden, welche die Haut durchdringen können. Die Methode könnte dabei helfen, auch größeren Molekülen den Weg durch die Haut zu ermöglichen. Ihr Verfahren namens INSIGHT (IN vitro Skin Impedance Guided High-Throughput) stellen die Chemieingenieure in der Fachzeitschrift "Nature Biotechnology" vor (Online-Vorabpublikation, 4. Januar).
Bisher finden Pflaster vor allem bei der Gabe von Hormonen zur Verhütung oder von Nikotin zur Suchtentwöhnung Verwendung. Die meisten Medikamente werden bislang in Tablettenform verabreicht. Manche Wirkstoffe wie zum Beispiel Eiweißstoffe können jedoch so nicht eingenommen werden, da sie im Verdauungstrakt zerstört würden. Die Haut wiederum verhindert durch ihre Schutzbarrieren das Eindringen dieser Moleküle, so dass nur die häufig unangenehme Spritze bleibt. Zwar gibt es Stoffe, die auch den Eiweißtransport durch die Haut ermöglichen, diese rufen jedoch häufig Irritationen hervor.

Mit INSIGHT haben Samir Mitragotrivon der Universität in Santa Barbara und seine Kollegen nun eine Methode erarbeitet, in großem Umfang Hilfsstoffe zu finden, die Wirkstoffe durch die Haut schleusen können. Eine Kombination aus zwei Chemikalien eignet sich dabei besser, da jede speziell auf bestimmte Hautschichten wirkt. So sind geringere Dosen notwendig. Das Verfahren sei mehr als hundertmal effektiver als herkömmliche Methoden, schreiben die Forscher. Mitragotri und sein Team haben bereits Stoffkombinationen gefunden, welche die Durchlässigkeit der Haut für größere Moleküle verbessern, ohne störende Hautirritationen hervorzurufen. In Experimenten in der Petrischale und bei Ratten haben sich die Substanzen als erfolgreich erwiesen.

ddp/bdw ? Cornelia Pfaff


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