Wirkstoffe gegen das Zittern

Amerikanische Forscher haben einen möglichen Behandlungsansatz für die neurologische Erkrankung Parkinson gefunden. Die Wissenschaftler entdeckten bei Experimenten mit Bierhefezellen sechs Substanzen, die einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben könnten. In Versuchen mit Fadenwürmern und mit Nervenzellen von Ratten bestätigte sich dieser Effekt. Bis zum Einsatz der Substanzen am Menschen seien allerdings noch viele Jahre Entwicklung und Erprobung nötig, betonen die Forscher. Die Krankheit Parkinson ist bisher unheilbar. Es können lediglich die Symptome behandelt werden.
Die Wissenschaftler wählten für ihre Experimente Bierhefezellen aus, da diese sehr schnell wachsen und sich so in kurzer Zeit eine große Anzahl potenzieller Wirkstoffe erproben lassen. Die Hefezellen wurden genetisch so manipuliert, dass sie Veränderungen zeigten, wie sie ähnlich auch bei den Nervenzellen von Parkinsonpatienten zu beobachten sind. So weisen die Zellen Ablagerungen bestimmter Eiweiße sowie einen veränderten Stoffwechsel auf. An diesem Modell erprobten die Forscher insgesamt 115.000 verschiedene Wirkstoffe, in dem sie die Wachstumsraten behandelter und unbehandelter Zellen miteinander verglichen.

Auf diese Weise fanden die Wissenschaftler bei insgesamt sechs Wirkstoffen einen positiven Effekt auf das Zellwachstum. Während die genetisch manipulierten Zellen ohne Behandlung rasch abstarben, zeigten behandelte Zellen immerhin noch ein gemäßigtes Wachstum, beobachteten die Wissenschaftler. In den weiteren Tests erprobten die Forscher die Wirkstoffe an Fadenwürmern und den Nervenzellen von Ratten: Mit vier der Wirkstoffe überlebten die Fadenwürmer trotz der Krankheitssymptome, ergaben die Untersuchungen, und auch bei den Experimenten an Nervenzellen von Ratten erwiesen sich vier Substanzen als wirksam. Nun gelte es, die Wirkstoffe weiter zu erproben, um in ferner Zukunft vielleicht einmal ein Medikament gegen die Krankheit zur Verfügung zu haben, erklären die Forscher.
Susan Lindquist (Whitehead Institute for Biomedical Research) in Cambridge et al: Disease Models and Mechanisms (Online-Vorabveröffentlichung vom 28. Dezember).

ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald


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