Auf's Bauchgefühl hören!

Credit: Thinkstock

Man sollte sich gelegentlich auf sein Baugefühl verlassen – das ist manchmal der verlässlichste Ratgeber, heißt es. Offenbar trifft das auch im Fall von Partnerschaften zu. US-Forscher haben nämlich herausgefunden: Was Menschen über ihre Ehe und ihren Partner sagen, entspricht oft nicht ihrem Bauchgefühl. Die verborgene Einstellung ist diejenige, die Prognosen über die positive oder negative Entwicklung der Beziehung zulässt. Diese Zusammenhänge hat eine Langzeitstudie mit 135 Paaren aufgedeckt, bei der raffinierte psychologische Tests zum Einsatz kamen.

 

Grundlage der Untersuchungen der Forscher um James McNulty von der Florida State University in Tallahassee bildeten schriftliche Befragungen über die Einstellung zu Ehe und Partner sowie ein Test des Bauchgefühls von frisch Verheirateten. Der psychologische Test sollte verborgene Einstellungen aufdecken – der schriftliche hingegen die bewusste oder offizielle Haltung zur Beziehung und dem Partner bei Beginn der Ehe. Im Intervall von sechs Monaten wurden die Teilnehmer dann über einen Zeitraum von vier Jahren hinweg über den Zustand ihrer Partnerschaft befragt.

 

Die Teilnehmer wurden beim schriftlichen Test am Anfang ihrer Ehe gebeten, sechs Fragen schriftlich zu beantworten: Sie sollten auf einer Skala von eins bis zehn beispielsweise angeben, wie glücklich sie sich fühlen. Zusätzlich sollten sie ihre Partnerschaft noch mit Adjektiven versehen, die Aufschluss über die persönlich empfundene Qualität liefern.

 

Ein mulmiges Gefühl beim Anblick des Partners?

 

Der psychologische Test musste natürlich deutlich raffinierter ausfallen. Es handelte sich um ein bereits bewehrtes Testsystem, das verborgene Gedanken aufdecken kann, sagen die Forscher. Die Probanden saßen dabei vor einem Computer-Bildschirm. Für 300 Millisekunden flackerte dort ein Bild ihres Partners auf. Anschließend erschienen nun auf dem Monitor Wörter mit negativer oder positiver Bedeutung – beispielsweise „wunderbar" oder „furchtbar". Die Testteilnehmer sollten nun per Tastendruck so schnell wie möglich zuordnen, ob es sich um ein negativ oder positiv besetztes Wort handelt. Die Reaktionszeit ist dabei ein Maß dafür, wie das Gehirn der Probanden durch das Bild ihres Partners voreingestimmt war, erklären die Forscher. Das bedeutet: Ist das Bauchgefühl gegenüber dem Partner besonders positiv, ist das Gehirn auf diese Emotion eingestellt und erkennt deshalb ein positives Wort besonders schnell. Hat ein Mensch hingegen eher ein mulmiges Bauchgefühl, sind die Reaktionen auf negative Wörter beschleunigt.

 

Die Auswertungen der Forscher zeigten: Es gab häufig eine deutliche Diskrepanz zwischen dem, was die Probanden schriftlich über Ehe und Partner geäußert hatten und den Ergebnissen der Bauchgefühl-Tests. Den Wissenschaftlern zufolge liegt das vermutlich daran, dass Menschen sich beim Anbeginn einer Ehe unbewusst Positives einreden, oder aber absichtlich Ehe und Partner rosa anstreichen. Doch den abschließenden Auswertungen der Forscher zufolge spiegelt sich dies in der Statistik wider: Nach den vier Jahren waren die Ehen derjenigen, deren Bauchgefühl Negatives verraten hatte, deutlich häufiger im Eimer als bei den Paaren deren Ergebnisse stimmig positiv waren.

 

Jeder wünscht sich eine gute Ehe und am Anfang können viele Paare ihr Bewusstsein auch von dieser Qualität überzeugen. Aber das Bauchgefühl lässt sich eben nicht so leicht manipulieren", resümiert McNulty. „Ich denke, Menschen sollten öfter auf ihre innere Stimme hören. Ursachen von Problemen und Bedenken möglichst früh auszuloten, kann sehr sinnvoll sein", meint der Wissenschaftler.

 

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