In festen Händen lässt man sich gehen...

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Was Viele schon geahnt haben, ist nun wissenschaftlich dokumentiert: Die Motivation, sich durch Sport fit und attraktiv zu halten schwindet nach dem Ende des Single-Daseins. Und dabei gibt es auch noch einen Gradienten: Je fester die Beziehung, desto stärker lässt die Sportbegeisterung nach. Das geht aus einer deutschen Langzeitstudie mit 11.000 männlichen und weiblichen Teilnehmern hervor. Den Forschern zufolge spricht dieses Ergebnis für die so genannte Heiratsmarkt-Hypothese: Männer und Frauen in stabilen Partnerschaften müssen ihre Attraktivität weniger unter Beweis stellen und lassen sich deshalb eher gehen.

 

Für ihre Untersuchung haben Ingmar Rapp und Björn Schneider von der Universität Heidelberg Daten von 11.000 Männern und Frauen ausgewertet, die zwischen 1992 und 2011 wiederholt befragt worden waren. Diese Datenerhebung ist Teil des sogenannten Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) – der am längsten laufenden multidisziplinären Langzeitstudie in Deutschland. Für SOEP werden seit 1984 jedes Jahr mehrere tausend Menschen befragt. Die Daten geben unter anderem auch Auskunft über Beziehungsstatus, Gesundheit und Aktivitäten. Weil jedes Jahr dieselben Personen befragt werden, können Soziologen nicht nur langfristige gesellschaftliche Trends, sondern auch gruppenspezifische Entwicklung in Lebensläufen besonders gut analysieren.

 

Die aktuelle Auswertung zeigte nun: Gemeinsames Sporteln ist offenbar nicht der Standard-Trend in Beziehungen. Egal ob die Befragten in einer Partnerschaft ohne gemeinsamen Haushalt lebten, sie zusammen wohnten oder verheiratet waren - sie trieben weniger Sport als zu der Zeit, als sie noch Singles waren. Besonders stark ließ die Sportbegeisterung bei Ehepaaren nach. Am wenigsten vernachlässigten Männer und Frauen in Partnerschaften ohne gemeinsamen Haushalt ihre sportlichen Aktivitäten.

 

Bei Männern ab 50 ist die Ehe keine Sport-Bremse mehr

 

Bei ihren statistischen Auswertungen hatten die Forscher auch andere mögliche Erklärungen für das Ergebnis überprüft. „Dass Menschen in Beziehungen weniger frei verfügbare Zeit für sich haben, kann den Rückgang der sportlichen Aktivität nicht erklären", so ihr Fazit. Die Forscher sehen eine andere Ursache als treibende Kraft hinter der schwindenden Sportbegeisterung: „Männer und Frauen in stabilen Partnerschaften müssen ihre Attraktivität nicht mehr auf dem Beziehungs-Markt unter Beweis stellen", erklärt Rapp,

Die Auswertungen der Daten haben auch noch einen interessanten Teilaspekt des Zusammenhangs aufgedeckt: Ab einem Alter von etwa Mitte 50 führt bei Männern das Leben in einer Ehe nicht mehr dazu, dass sie weniger Sport treiben. „Das könnte daran liegen, dass die Frauen sich dann stärker um die Gesundheit des Partners sorgen und ihn eher motivieren, Sport zu treiben", vermuten die Soziologen. Umgekehrt scheint das allerdings nicht der Fall zu sein: Bei Frauen führt die Ehe bis ins hohe Alter dazu, dass sie weniger Sport treiben, so das Detail-Ergebnis der Studie.

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