Brust + Po + Hüfte = Frau

 Frauen als Objekt. Bild: Exey Panteleev/ flickr.com
Frauen als Objekt. Bild: Exey Panteleev/ flickr.com
Ein Puzzle kann entweder als eine Ansammlung vieler kleiner Teile wahrgenommen werden, oder als ein zusammenhängendes Bild. Man weiß schon seit längerem, dass auch Menschen als Ganzes oder als eine Sammlung mehrerer Teile gesehen werden können. Dass es dabei aber aufs Geschlecht ankommt, haben Wissenschaftler jetzt erst gezeigt: Frauen werden als ein Zusammenschluss von Körperteilen, Männer dagegen als ganze Menschen wahrgenommen.
Wenn wir uns ein Objekt anschauen, verarbeitet unser Gehirn es entweder als ein großes Ganzes ? man nennt das dann globale Verarbeitung ? oder als eine Sammlung mehrerer Teile, was einer lokalen Verarbeitung entspricht. Ganz einfach sieht man das an den sogenannten Navon?schen Figuren, bei denen ein Buchstabe aus vielen kleineren aufgebaut ist.

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?Die lokale Verarbeitung liegt der Art, wie wir über Objekte ? Häuser, Autos und so weiter ? denken, zugrunde. Die globale Verarbeitung aber sollte uns von dieser Art der Wahrnehmung abhalten, wenn es um Menschen geht?, sagt Sarah Gervais, Professorin für Psychologie an der University of Nebraska und Hauptautorin der Studie. ?Wir teilen Menschen eigentlich nicht in Teile ein ? außer, wenn es um Frauen geht, und das ist wirklich bemerkenswert. Frauen werden genauso wahrgenommen wie Objekte.?

In einem der Experimente, die die Wissenschaftler durchführten, wurden den Probanden Ganzkörperfotos von Frauen und Männern gezeigt. Dann sollten sie nach einer kurzen Pause aus zwei Bildern dasjenige auswählen, dass die Person aus dem ersten Foto zeigte. Manchmal wurden ihnen aber statt Ganzkörperfotos in der zweiten Runde des Versuchs Bildausschnitte vom Brust- oder Hüftbereich des Fotomodells gezeigt.

Frauen wurde anhand der Bildausschnitte eher wiedererkannt als anhand ihres ganzen Körpers. Bei den Männern war das jedoch genau umgekehrt. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass man Frauen ? wie auch unbelebte Objekte ? als eine Verbindung von Einzelteilen sieht. Das erklärt, warum Frauen oft als sexuelle Objekte gezeigt werden, sagen die Forscher.
Interessanterweise sehen nicht nur Männer das andere Geschlecht als Ansammlung mehrerer Teile. ?Wir können das nicht nur auf die Männer schieben. Frauen nehmen andere Frauen auf die gleiche Weise wahr?, erläutert Gervais. ?Das könnte verschiedene Gründe haben. Männer machen es vielleicht, weil sie an potenziellen Partnerinnen interessiert sind, während Frauen sich möglicherweise mit anderen vergleichen. Was wir aber wissen, ist, dass sie es tun.?
Sarah J. Gervais (University of Nebraska) et al.: European Journal of Social Psychology, doi: 10.1002/ejsp.1890

© wissenschaft.de ? Sabine Kurz


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