Was Frauen wollen

Die Partnerwahl von Frauen wird von ihrer Lebenssituation beeinflusst: Drohen beispielsweise Krankheiten, finden Frauen maskuline Männer attraktiv. Sind dagegen Ressourcen eher knapp, bevorzugen sie den Typ ?treuer Familienvater?. So interpretieren zumindest zwei australische Forscher die Ergebnisse aus einer experimentellen Studie mit 65 Single-Frauen.
Die Teilnehmerinnen wurden vor der Untersuchung ihrer Männervorlieben drei Gruppen zugeordnet. Bei den Teilnehmerinnen der ersten Gruppe wurde durch gezielte Fragen ein Bewusstsein für mögliche Krankheitsrisiken geweckt. Sie sollten beispielsweise beantworten, vor welchen Krankheiten sie Angst haben und wie anfällig sie sich selbst für Infektionskrankheiten halten. Bei der zweiten Gruppe beschworen die Forscher Bilder von Ressourcenknappheit im Kopf herauf, während sie ihren Traummann beschrieben. Das erreichten die Forscher etwa durch Fragen nach Ängsten, Geld zu verlieren oder zu verarmen. Bei der dritten Gruppe, die zur Kontrolle diente, fragten die Wissenschaftler nach der Einstellung der Frauen zu paranormalen Phänomenen, wie beispielsweise der Existenz von Geistern.

Nachdem die Probandinnen derartig präpariert waren, sollten sie mithilfe eines Fragebogens ihren Traummann zusammenstellen. Sie konnten dabei bestimmten Eigenschaften verschiedene Wertigkeiten zuordnen ? zum Beispiel, wie wichtig ihnen Männlichkeit, Muskelmasse und Dominanz oder aber Mitgefühl, Freundlichkeit und andere ?sanfte? Charaktereigenschaften waren. Die Auswertung zeigte, dass diejenigen Frauen, die auf Gesundheitsbedrohungen eingestimmt waren, sich eher einen maskulinen Typen zusammenstellten, wohingegen Probandinnen, die über finanzielle Probleme nachgedacht hatten, zum braven Kerl mit goldenem Charakter tendierten. Die Ergebnisse der Kontrollgruppe lagen genau zwischen den beiden anderen Resultaten.

Das Phänomen erklären die Forscher als eine unbewusste Entscheidung der Frauen für einen Partner, der für die jeweilige Lebenssituation erfolgversprechender erscheint: Eigenschaften wie Männlichkeit, Körperkraft und andere attraktive Äußerlichkeiten stehen für gute Erbanlagen, die auch widerstandsfähig gegenüber Krankheiten machen. Diese guten Gene wünschen sich Frauen offenbar besonders für ihre Nachkommen, wenn sie sich von Gesundheitsrisiken umgeben fühlen, interpretieren die Forscher. In Zeiten der Ressourcenknappheit könnte dagegen ein treusorgender Vater von höherem Wert für die Kinder sein: Er unterstützt die Frau bei der Nahrungs- beziehungsweise Geld-Beschaffung und kümmert sich als verlässlicher Partner um den Nachwuchs.
Anthony Lee und Brendan Zietsch von der University of Queensland in Brisbane berichten über ihre Studie im Fachmagazin ?Biology Letters?, doi:10.1098/rsbl.2011.0454

wissenschaft.de ? Martin Vieweg


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