Aufbruch ins Unbekannte

Illustration: Hubert Warter
Illustration: Hubert Warter

„Wir konnten nur das Nötigste von ¬unserer beweglichen Habe in ein paar Kisten packen. Eines Morgens stand dann ein Lkw ... vor der Tür. Verwandte, Freunde und Nachbarn verabschiedeten sich unter Tränen, und wir fuhren los. Niemand wusste, was die Zukunft bringen würde." So erinnerte sich die damals 30-Jährige später an den Abschied von der Heimat, etwa einen Monat nach Kriegsende.

Ein Konvoi aus Wissenschaftlern, Technikern und Facharbeitern setzte sich in Bewegung. Offiziere einer siegreichen Armee kommandierten den Transport. Es war eine Zwangsdeportation, denn freiwillig wollte keiner fort. Danach fragten die fremden Soldaten ­allerdings nicht. Ihnen kam es darauf an, das exzellente Wissen und Können dieser Experten für ihre Einflusszone zu sichern. Die Frau, um die es hier geht, war die jüngste der sorgsam ausgewählten 41 Deportierten.

Ihr Studium hatte sie aufgrund der Umstände gegen Kriegsende abbrechen müssen. Trotzdem hatte sie sich bei Kollegen und Vorgesetzten großen Respekt erworben. Sie hatte gleich nach dem Abitur begonnen, sich intensiv mit den wissenschaftlichen Grundlagen eines traditionsreichen Werkstoffs zu beschäftigen, speziell mit der damals neuen Idee, ihn hauchdünn mit anderen Materialien zu beschichten. Das veränderte vorteilhaft das Reflexionsverhalten bei Auftreffen von Licht.

Die erste weibliche Führungskraft

Mit besagtem Werkstoff konnte damals weltweit kaum jemand so innovativ umgehen wie die entführten Experten. Von deren Know-how und Ideen wollten die Siegermächte profitieren – darum sollten die Deportierten eine Produktionsstätte in ihrer Einflusszone aufbauen. Nach mehreren Zwischenstationen durften sie sich schließlich am Ufer eines großen Stromes ansiedeln und ein Werk errichten, das heute noch dort liegt.

Die talentierte junge Frau hatte auch am neuen Standort nichts von ihrer ­Ingeniosität verloren. Sie stürzte sich in die Erforschung und Entwicklung neuer Werkstoffsorten. Spätestens als sie entdeckte, wie man eine besonders leichtgewichtige Variante mit weltweit äußerst gefragten Eigenschaften ferti­gen konnte, rückte sie international in die erste Liga ihres Metiers auf. Und ­Millionen von Menschen mussten sich dank ihrer Erfindung von nun an nicht mehr als „Eulen" hänseln lassen. Aufgrund ihres Ideenreichtums und ihrer Persönlichkeit wurde die Wissenschaftlerin und Werkstoff-Spezialistin zur ersten weiblichen Führungskraft ­ihres weltbekannten Unternehmens. ­

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Der Buchtipp

Eine kurzweilige Führung durch den Bienenstock mit einer erhellenden Dosis Wissenschaft – das bietet das Buch "Die Honigfabrik" von Jürgen Tautz.

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