Auch zum Zähneputzen nützlich

Illustration: Hubert Warter
Illustration: Hubert Warter

Er war einer von denen, die bereits „mit einem Silberlöffel im Mund" auf die Welt kommen, wie ein Bonmot in seiner Muttersprache lautet. Aus dem reichen Elternhaus, führte der Lebensweg des jungen Mannes zunächst steil nach oben.

Wie es sich für einen Angehörigen der Oberen Zehntausend gehört, besuchte er eine Elite-Universität, an der er – standesgemäß – durch sportliche statt durch Lernleistungen hervorstach. Die Frauen lagen dem reichen und blendend aussehenden Athleten zu Füßen, der seine sportliche Karriere mit dem Gewinn der Amateur-Golfmeisterschaften seines großen Landes krönte. Nach seinen Studien stieg er sofort als Direktor in eine von Papas Firmen ein.

Im 48. Lebensjahr indes verließ ihn seine Fortüne. Beim Sturz aus einer Schlafwagenkoje verletzte er sich am Arm. Von da an litt er unter dauernden Schmerzen – bis er von einer Wundermedizin hörte, sie ausprobierte und sich augenblicklich besser fühlte. Was im Nachhinein lediglich als eindrucks­volles Beispiel für den Placebo-Effekt gelten kann, hielt die Hauptperson dieser Geschichte für einen Triumph der Wissenschaft. Als solcher wurde die wasserklare Flüssigkeit nämlich vom Hersteller angepriesen.

Zahnpasta mit Nebenwirkungen

Zutreffend war immerhin dieses ­Versprechen: Das Patentwasser enthielt ­tatsächlich hohe Dosen von zwei chemi­schen Elementen. Sie zeigten eine damals noch nicht lange bekannte physikalische Besonderheit, der viele Zeit­genossen segensreiche Wirkungen zuschrieben: angefangen von der Stärkung der Manneskraft bis zu perfekter Zahngesundheit bei fleißigem Gebrauch einer entsprechenden Zahnpasta.

Viel hilft viel, sagte sich unser Patient, und an Geld war bei ihm noch nie etwas gescheitert. Fast 1400 Flaschen der teuren Flüssigkeit trank er – bis er nach drei Jahren die Entdeckung machte: Die Kur war nicht zu seinem Besten. Eine große Zeitung seines Landes titelte schwarzhumorig, das Patentwasser sei ihm ganz gut bekommen, „bis ihm der Unterkiefer abfiel". Das war zwar journalistisch übertrieben, aber nur ein bisschen. Mit nur 51 Jahren starb der Mann, der der Liebling der Götter gewesen zu sein schien, einen elenden Tod. Die letzte Reise trat er in einem mit Bleiplatten ausgekleideten Sarg an. Spätere Untersuchungen förderten klar zutage, dass das famose Gesundheitswässerchen ihn ruiniert hatte.

Von den zwei gefährlichen chemischen Elementen, die es enthielt, ist dasjenige mit dem längeren Namen gesucht.

Die Lösung des Rätsels finden Sie hier.

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Eine kurzweilige Führung durch den Bienenstock mit einer erhellenden Dosis Wissenschaft – das bietet das Buch "Die Honigfabrik" von Jürgen Tautz.

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