Kraken inspirieren Entwickler von Robotern
US-Forscher wollen einen Roboterarm ohne Gelenke bauen, der sich selbstständig in alle Richtungen dreht. Als Vorbild dient der Bewegungsablauf bei Kraken. Weil sie keine Knochen und kein starres Skelett besitzen, können die Tiere Bewegungsabläufe praktisch in endlosen Varianten durchführen. Die flexiblen Arme sollen die Grundlage für eine neue Robotergeneration bilden, die sich problemlos unter Wasser oder im All zurecht finden kann.
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Wir wollen im Rahmen einer Studie ausarbeiten, auf welche Weise Kraken ihre Arme kontrollieren, ohne dass sie enorme Zeit für Entscheidungen benötigen oder Aufgaben im Chaos enden, sagt Tom McKenna vom US-amerikanischen Office of Naval Research. Die Wissenschaftler Binyamin Hochner von der Hebrew University of Jerusalem und Tamar Flash vom Weizmann Institute in Rehovot hatten zuvor entdeckt, dass Kraken denkende Arme besitzen. Jeder Arm hat ein unabhängiges Nervenschaltsystem, das Befehle unabhängig von der Beteiligung des Gehirns ausführen kann. "Wir haben beobachtet, dass sich die Arme völlig autonom bewegen", so Binyamin Hochner.
Im Unterschied zum menschlichen Gehirn arbeitet das Hirn einer Krake wie ein General, der seine Truppen kommandiert. Es gibt einen Befehl und so lange die Arme ihn ausführen, beschäftigt es sich mit anderen Aufgaben und interessiert sich nicht für die Details, wie sein Befehl umgesetzt wird. Die Krake hat dadurch freie neurale Kapazitäten, die sie für Aufgaben wie die Nahrungssuche verwenden kann. In jedem Arm der Krake befinden sich über 50 Millionen Nervenfasern. Davon sind etwa 40.000 mit den Muskeln verbunden und nur wenige mit dem Gehirn.
Almut Bruschke-Reimer


















