Bionisches Ohr lässt Taube wieder hören
Hals-Nasen-Ohren-Ärzte an der University of Pennsylvania wollen tauben Menschen mit einer neuartigen elektronischen Hörhilfe zu realistischen akustischen Wahrnehmungen verhelfen. Bei dem erst kürzlich von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA zugelassenen Gerät Clarion® CII Bionic Ear® handelt es sich um eine Weiterentwicklung der schon seit längerer Zeit verwendeten Cochlea-Implantate.
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Diese Geräte werden verwendet, wenn herkömmliche Hörgeräte, die lediglich den Schall verstärken, nicht mehr helfen. Oft sind bei den betroffenen Patienten die Sinnesrezeptoren im Innenohr, die so genannten Haarzellen, geschädigt. Diese Haarzellen senden normalerweise beim Hören elektrische Signale an den Hörnerv. Der Nerv leitet sie wiederum an das Gehirn weiter.
Das Cochlea-Implantat (Cochlea=Schnecke, ein Teil des Innenohres) umgeht die geschädigten Haarzellen und reizt den Hörnerv direkt mit elektrischen Impulsen, die von dem Gerät erzeugt werden. Das heißt, ein biologisches Prinzip wird technisch imitiert (Bionik). Die US-Forscher sprechen daher auch vom "bionischen Ohr". Damit können selbst vollständig taube Personen Töne und Geräusche wahrnehmen.
Das jetzt entwickelte Implantat kann bis zu einer Million Informationen pro Sekunde an den Hörnerv übertragen, bei herkömmlichen Implantaten sind es weniger als 20.000. Möglich wird dies unter anderem durch eine neue Elektronik, die die Informationen wesentlich schneller als bisher verarbeiten kann. Damit werde das Sprachverständnis und die Klangtreue verbessert, so Michelle Montes vom Departement of Audiology der Universität. Nach Informationen der Nachrichtenagentur NBC soll das Gerät 50.000 US-Dollar kosten.
Weitere Informationen gibt es unter www.cochlearimplant.com.
Dr. Thomas Meißner


















