Herpesviren als Tumor-Killer eingesetzt
Meilenstein in der Gentherapie von Prostatakrebs
Ein neue Gentherapie gegen Krebs kann bei Mäusen in bis zu 40 Prozent der Fälle Prostatakrebs vollständig beseitigen. Dies teilte die Medizinische Universität New York in einer Presseerklärung mit.
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In den Versuchen an Mäusen setzte das Team des Mikrobiologen Ian Mohr einen entschärften Herpesvirus ein, der Krebszellen entert und tötet. Die Idee, Herpesviren als "Piraten" zu nutzen, ist alt. Neu ist jedoch, dass die Forscher ihren Virus derart optimierten, dass er aggressiv genug war, den Krebs komplett zu vernichten. Bislang waren die Viren oft zu schwach und starben im Krebsgewebe ab, bevor sie ihren Mordauftrag erfüllt hatten. "Das Ergebnis war, dass die überlebenden Krebszellen am Ende einfach nachwuchsen", erläutert der Mikrobiologe Ian Mohr.
Zwar müssen die Viren geschwächt, sprich entschärft sein, damit keine Krankheit, wie Herpes im Patienten ausbricht. Doch zugleich müssen sie virulent genug sein, um sich im Tumor ausreichend zu vermehren. Beide Eigenschaften müssen sich die Waage halten.
Einen geeigneten Virenstamm entdeckte nun Mohr's Gruppe. Dank einer Mutation bleibt der Virus in den Krebszellen am Leben. Unmittelbar nach dem Eindringen, schaltet er die Immunabwehr der Zellen aus. Zwei Millionen dieser Viren wurden Mäusen direkt in den Prostatakrebs gespritzt, der ihnen zuvor eingepflanzt worden war. Nach 44 Tagen waren die Tumoren im Vergleich zu herkömmlichen Krebstherapien acht Mal kleiner. Bei bis zu 40 Prozent der Mäuse war der Krebs ganz verschwunden. Gesundes Gewebe blieb verschont.
"Wir hoffen, dass wir vielleicht den neuen Virus am Menschen testen können. Doch bis dahin gibt es noch sehr viel zu tun", sagt der Urologe Samir Taneja. Bislang scheiterten die meisten Gentherapien am Menschen, obwohl sie im Tierversuch erfolgreich waren.
Susanne Donner


















