Metalle aus der Mikrowelle
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Während Ottonormalverbraucher weder Alufolie noch Tassen mit Goldrand ins Mikrowellengerät stellen sollte, weil es sonst gefährliche Funken schlägt, nutzen US-Wissenschaftler die selbe Technologie zur Herstellung metallener Autoteile mit verbesserten Eigenschaften. Der Unterschied liegt in der Form des Materials. "Solides Metall verursacht Probleme, weil sie die Mikrowellenstrahlung reflektieren statt zu absorbieren", so Dinesh K. Agrawal, Professor der Materialwissenschaften an der Pennsylvania State University und Leiter des dortigen Microwave Processing and Engineering Center. "Pulver-Metalle hingegen absorbieren Mikrowellenstrahlung und lassen sich damit erhitzen und sintern." Sintern, oder Brennen, wird zur Herstellung vieler Teile aus Keramik, Metallen oder Materialkombinationen genutzt. Die gepressten Rohstücke aus feinem Materialpulver und einem Bindemittel werden erhitzt, bis das Bindemittel sich verflüchtigt und das Material zum festen Werkstück "verschmilzt". Herkömmliches Sintern kann allerdings viel Zeit und hohe Energiemengen in Anspruch nehmen. Das Mikrowellen-Sintern in speziellen Sinterkammern hingegen ist in 10 bis 30 Minuten erledigt, so die Forscher im Fachjournal Nature. "Wir erhalten effektiv voll dichte Werkstücke mit erheblich verbesserten mechanischen Eigenschaften, verglichen mit Werkstücken, die auf herkömmliche Weise gesintert wurden", so Agrawal. In Versuchsreihen erprobte das Team verschiedenste Materialien und Formen. Eisen, Stahl, Kupfer, Aluminium, Nickel, Molybdän, Kobalt, Wolfram und Zinn ergaben alle die gewünschte homogene, wenig poröse, feinkörnige - und damit stabilere - Mikrostruktur.
Dörte Saße, eurekalert


















