Autoreifen nach dem Vorbild der Froschfüße
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Die kompliziert gemusterten Zehballen großer Baumfrösche könnten nach Meinung des Zoologen Jon Barnes von der University of Glasgow dazu beitragen, die Straßenhaftung von Autoreifen zu verbessern.
Barnes untersuchte das Verhalten von 14 Arten solcher Frösche aus Trinidad, die auf einer Glasscheibe saßen, welche nach und nach umgedreht wurde. Dabei setzte der Wissenschaftler den Neigungswinkel, bei dem die Frösche herunterfielen mit dem Gewicht des jeweiligen Tieres und der betreffenden Zehen-Haftfläche in Beziehung.
Barnes fand heraus, daß die schwereren Frösche länger als erwartet haften blieben. Sie wiesen eine bis zu zweimal größere Haftleistung ihrer Zehen auf, als die leichteren Exemplare. So klebte Hyla boans, einer der schweren Vertreter, bis zu einer Neigung von 120 Grad an der Platte. Zu solchen Leistungen sind die Frösche durch einen Trick fähig: sie nutzen die Oberflächenspannung eines Schleims aus, den sie aus speziellen Drüsen absondern, die sich an ihren Zehen befinden. Barnes vergleicht diese "feuchte Adhäsion" mit einem Stück nassen Papiers, das an einer Glasscheibe klebt. Biophysiker sind jedoch der Meinung, daß Reibung und Saugwirkung ebenso eine Rolle spielen könnten.
Barnes hat außerdem beobachtet, daß die schwereren Versuchstiere neben den einfachen und für alle Baumfrösche charakteristischen hexagonalen Strukturen, über zusätzliche, wesentlich kompliziertere Muster feiner Rillen und Rücken unter ihren Zehen verfügen. In dieser Eigenschaft liegt, so glaubt der Wissenschaftler, das Geheimnis ihres Erfolges. Nach diesem natürlichen Vorbild könnten nach Barnes' Ansicht Autoreifen strukturiert werden, um ihnen bei nassen Fahrbedingungen eine bessere Straßenhaftung zu verleihen. Reifenhersteller wie Dunlop (Birmingham) sind bereits an den Ergebnissen interessiert.
Olaf Elicki, new scientist


















