Neandertaler schufen "Superklebstoff" der Steinzeit
Mit Pech aus Birkenrinde verbanden sie Steinklingen mit Holzgriffen
Die Neandertaler verfügten über unbekannte technische Möglichkeiten, um ausgefeilte Werkzeuge anzufertigen. Funde aus dem Nordharz belegen, dass die nahen Verwandten des modernen Menschen schon vor 80.000 Jahren Birkenrinden-Pech herstellten, um Steinklingen mit Holzgriffen zu verkleben. Bei der Herstellung von Birkenrinden-Pech muss über längere Zeit zuverlässig eine Temperatur von 360 bis 400 Grad eingehalten werden.
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Es gibt überhaupt keine Idee, wie die Menschen das damals geschafft haben, erklärt der Jenaer Frühhistoriker und Geologe Dietrich Mania gegenüber dem Stuttgarter Nachrichtendienst Wissenschaft.de. Birkenrinden-Pech könne nicht zufällig entdeckt oder hergestellt werden, sondern erfordere geistige Fähigkeiten, wie sie auch der moderne Mensch besitzt.
Mania hatte die Funde bereits 1963 am Rande des früheren Ascherslebener Sees entdeckt. Eine Untersuchung mit einem modernen Gas-Chromatographen an der Pinakothek München hat jetzt ergeben, dass es sich dabei um Birkenrinden-Pech handelt. An dem Pechstück befinden sich Reste von Feuerstein und Holz sowie ein Fingerabdruck.
ddp/bdw - Andreas Wawrzinek


















