Antikörper können Prionen bekämpfen
Behandlung verringert Zahl der Erreger in der Milz - bisher können die Antikörper aber nicht ins Gehirn eindringen
Britischen Forschern ist es gelungen, eine Prionenerkrankung mithilfe von Antikörpern in Schach zu halten. Mit den krankmachenden Eiweißen infizierte und gleichzeitig mit Antikörpern behandelte Mäuse blieben gesund, berichten Simon Hawke vom Imperial College in London in London und seine Kollegen in der Fachzeitschrift "Nature" (Bd. 422, S. 80).
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Antikörper gehören zum "Waffenarsenal" des Immunsystems und sind in der Lage, Fremdstoffe spezifisch zu erkennen und sich an die Eindringlinge anzuheften. Die so markierten Fremdkörper können daraufhin von den Fresszellen des Immunsystems aufgespürt und bekämpft werden. Prionen lösen verschiedene Krankheiten aus, darunter BSE, die neue Variante der Creutzfeldt-Jacob-Krankheit (vCJD) und Scrapie, eine Prionenerkrankung, die normalerweise Schafe befällt. Dabei zwingen falsch gefaltete Eiweiße, die so genannten Prionen, gesunde Eiweiße, sich in die krankmachende Form umzuwandeln. Das Gehirn der Betroffenen wird nach und nach zerstört.
Das Team um Hawke spritzte mit Scrapie infizierten Mäusen Antikörper, die das Prionen-Eiweiß erkennen und markieren konnten. Die Behandlung hielt die Zahl der abnormalen Prionen in der Milz der Nager gering, fanden die Forscher. Die Tiere bleiben gesund und zeigten selbst dreihundert Tage, nachdem unbehandelte Mäuse bereits an der Krankheit gestorben waren, keinerlei Symptome.
Allerdings sind die Antikörper nicht in der Lage, ins Gehirn zu gelangen, wo die krankmachenden Prionen den größten Schaden anrichten. Die Behandlung schlug auch nicht mehr an, wenn die Krankheit erst einmal ausgebrochen war. Trotzdem zeige die Studie, dass Prionenerkrankungen prinzipiell mit Antikörpern bekämpft werden können, sagen die Forscher. Bis eine solche Therapie auch Menschen helfen kann, werden jedoch noch viele weitere Untersuchungen nötig sein.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff


















