Neuester Familienzuwachs des Sonnensystems heißt "Sedna"
Planetoid ist größtes neu entdecktes Objekt im Sonnensystem seit Pluto
Eine sensationelle Entdeckung in den fernsten Bezirken des Sonnensystems ist den Planetenjägern vom California Institute of Technology gelungen. Das Team um Michael Brown und Chadwick Trujillo gab gestern bekannt, dass sie in einer Entfernung von 90 Astronomischen Einheiten, dreimal so weit von der Sonne entfernt wie der äußerste Planet Pluto, einen Planetoiden mit einem Durchmesser von etwa 1700 Kilometern gefunden haben.
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Die Forscher tauften den Planetoiden Sedna, nach der Meeresgöttin der Inuit, die Legenden zufolge in einer Eishöhle am Meeresgrund lebt. Da, wo der Eisplanet Sedna seine Bahnen zieht, ist es ebenfalls lausig kalt: Die Temperaturen liegen nur etwa 30 Grad über dem absoluten Nullpunkt und die Sonne wird niemals größer als der Kopf eines Nagels. Dabei nähert sich Sedna zurzeit dem sonnenächsten Punkt auf ihrer Bahn.
Für eine Sonnenumrundung braucht der Planetoid 10.500 Jahre und entfernt sich bis auf 900 Astronomische Einheiten (1 AE entspricht 150 Millionen Kilometern, der Entfernung zwischen Erde und Sonne). Das lässt die Forscher vermuten, dass Sedna zur Oortschen Wolke gehört, einem Reservoir von Kometen und anderen Eiskörpern, das eine kugelförmige Hülle um das Sonnensystem bildet und womöglich halb bis zum nächsten Stern reicht. Allerdings wurde bislang angenommen, dass die Oortsche Wolke wesentlich außerhalb von Sednas Bahn beginnt. Brown und Trujillo vermuten daher, dass die Oortsche Wolke vor langer Zeit durch einen vorbeiziehenden Stern in Unruhe versetzt wurde, so dass einige Objekte aus ihrer Bahn geworfen wurden.
Über Sedna selbst können die Forscher aufgrund der extremen Entfernung noch nicht viel sagen. Der Planetoid ist der roteste Körper im Sonnensystem nach dem Planeten Mars, und womöglich hat er einen kleineren Mond. Danach suchen die Froscher jetzt mit dem Weltraumteleskop Hubble.
Ute Kehse



















