bild der wissenschaft plus 6/2013

WEITBLICK - Zukunftstechnologien für Energie und Umwelt

Im Kleinen Großes schaffen

Wissen ist der wichtigste Produktionsfaktor unserer modernen Zivilisation. Diese allgemein akzeptierte Aussage bedeutet: Auch Landstriche, die mit Bodenschätzen oder Kapital schlecht ausgestattet sind, haben gute wirtschaftliche Perspektiven. Denn mangelnde naturräumliche und finanzielle Ressourcen lassen sich durch Fleiß, Akribie und Kreativität ersetzen. Not macht erfinderisch, heißt es im Volksmund. Dass Not sogar Landstriche erblühen lassen kann, dokumentiert das Beispiel Baden-Württemberg. Viele Regionen dieses Bundeslandes litten über Jahrhunderte unter Armut und Hunger. Familien mussten im handwerklichen Nebenerwerb etwas hinzuverdienen, um satt zu werden. Doch es hat sich gezeigt: Gerade das begründete die industrielle Vielfalt des deutschen Südwestens.

Auch heute ist der dortige Drang, Neues zu schaffen – oder zumindest Bestehendes zu verbessern – ungebrochen, wie diese Sonderausgabe von bild der wissenschaft zeigt. Unsere Text- und Bildautoren besuchten für Sie eine große Zahl wissenschaftlicher Forschungseinrichtungen, in denen an einer Zukunft gearbeitet wird, die unsere Rohstoffe schonender nutzt.

So untersuchen Forstwissenschaftler Fichten in Computertomografen, um zu lernen, wie die Baumstämme optimal geschnitten werden müssen, damit bei der Paneel-Produktion möglichst wenig Abfall entsteht. Wissenschaftler am Institut für Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg nutzen das in Kläranlagen anfallende Abwasser, um Strom zu erzeugen – so viel, dass sich damit das ganze Klärwerk betreiben lässt. Laserforscher aus Stuttgart kooperieren mit Textilforschern aus Denkendorf und schaffen so die Grundlage für Schadstofffilter, die deutlich besser vor gefährlichen Krankheitskeimen schützen.

Für sich genommen kann keine dieser Entwicklungen die „Energiewende" sicherstellen. Doch systemisch betrachtet, leuchtet der Ansatz sofort ein. Um eine Volkswirtschaft auf eine nachhaltige Energie- und Umweltnutzung einzuschwören, braucht es neben der politisch herbeigeführten Weichenstellung im Groben eine Vielzahl an filigranen Ansatzpunkten, wie sich mit Ressourcen sorgsamer umgehen lässt.

Alle auf den folgenden 40 Seiten vorgestellten Projekte – unterstützt von der Baden-Württemberg Stiftung – haben das Stadium der Grundlagenforschung verlassen und sind auf dem Weg zu einer ersten industriellen Entwicklung. Lassen Sie sich einfangen von den überraschenden Forschungsergebnissen und imposanten Ausblicken der vielen für dieses bild der wissenschaft-plus befragten Forscherinnen und Forscher.

Ihr Wolfgang Hess, Chefredakteur

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