bild der wissenschaft plus 11/2012

KLAUS TSCHIRA PREIS für verständliche Wissenschaft: Die Preisträger 2012

Zehn Jahre Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft

1996 schrieb Klaus Tschira an der Universität Karlsruhe erstmals einen Preis für verständliche Wissenschaft aus. Einer der Preisträger war Wolfgang Reichel (Interview ab Seite 32). Für die verständliche Darstellung seiner Doktorarbeit erhielt er 1997 stattliche 10 000 Mark Preisgeld. In den darauffolgenden Jahren wurde der Preis erneut ausgelobt. Doch 1999 war es aus damit. „Wir hatten das Problem einer etwas zu dürftigen Ausbeute", räumte der Stifter ein. Um eine breitere Wirkung zu erzielen, weitete Tschira den Preis wenige Jahre später auf andere Universitäten aus. Seit 2006 kann sich jeder für „KlarText!", den Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft, bewerben, der seine Doktorarbeit im Vorjahr in einer von sechs Disziplinen erfolgreich vorgelegt, den Einreichungstext in deutscher Sprache verfasst und ihn frei von Formeln auf 8000 bis 9000 Zeichen verdichtet hat.

Zählt man beide Staffeln zusammen, so wird der Preis am 11. Oktober 2012 zum zehnten Mal vergeben. 1158 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich seit 2006 beworben und damit gezeigt: Viele frisch Promovierte informieren die Gesellschaft ausgesprochen gerne über ihre erste eigenständige Forschungsarbeit. Mir ist es eine Freude, fast alle Preisträger persönlich kennengelernt zu haben. Einige unter ihnen sind inzwischen Professor. Ihre Aufgeschlossenheit, ihre Weltläufigkeit, die oft sehr gegenwartsbezogenen Themen ihrer Doktorarbeiten, ihre Lebensfreude begeistern mich immer wieder. Als ich 2006 als Vertreter von bild der wissenschaft eines Sonntags zum ersten Mal die etwa drei Dutzend Manuskripte in die Hand nahm, um mich für die entscheidende Jurysitzung ins Bild zu setzen, zauderte ich etwas. Die Sonntagsarbeit schien mir anstrengend zu werden. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Erfreulich viele Arbeiten waren verständlich, insbesondere gefi elen mir die Texte aus der Mathematik. Heute noch werde ich immer wieder überrascht vom Ideenreichtum, mit dem die Bewerber(innen) in ihre Doktorarbeit einführen. Sie zeigen Fantasie nicht nur in der Forschung, sondern auch bei ihrer Vermittlung.

Man könnte Klaus Tschira für seine Initiative mit Lorbeer überhäufen. Doch darum geht es ihm nicht. Viel lieber entwickelt er mit seinem Team weitere Bausteine einer modernen Wissensvermittlung. „Journalist in Residence"– ein mehrmonatiger Aufenthalt für einen Wissenschaftsjournalisten im Heidelberger Institut für Theoretische Studien – ist ein Beispiel aus den letzten Monaten, das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation NaWik ein anderes. Es wurde mit dem Karlsruher Institut für Technologie KIT gegründet und nimmt in diesen Tagen seinen Lehrbetrieb auf. Studierende und Wissenschaftler aus ganz Deutschland erhalten so die Chance, sich in Wissenschaftskommunikation weiterzubilden. Ich bin mir sicher, dass wir vom NaWik viel hören werden. Schön, dass wir solche Mäzene haben: wohlhabende Menschen, die ihr Geld nicht in Luxusjachten stecken, sondern in die Zukunft der Wissensgesellschaft Deutschlands.

Ihr Wolfgang Hess, Chefredakteur

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